Melodram

Die Reste meines Lebens

Trauern will gelernt sein

Vater Schlaganfall, Opa tot, ­schwangere Frau erstickt  – nein, das Leben meint es nicht gut mit Schimon und seinem Umfeld. Doch der Soundkünstler hält tapfer an jenem Optimismus fest, der ihm von seinem Großvater schon als Kind eingetrichtert wurde. Noch in der Todesnacht seiner Gattin lernt Schimon die Clownin Milena kennen, die die pure Lebenslust ausstrahlt. Kann mit ihr ein Neuanfang klappen? Schimon stürzt sich in diese Beziehung und in neue Herausforderungen im Job. Doch Trauern will gelernt sein.

Die Reste meines Lebens
Die Reste meines Lebens
Foto: Camino Filmverleih

Für sein Spielfilmdebüt hatte Regisseur Jens Wischnewski Unterstützung von ­Koautorin Julia C. Kaiser, die mit ihren Berlin-Indies „Das Floß!“ und jüngst „Die Hannas“ bewiesen hat, das sie die Sensibilität für Zwischentöne im menschlichen Miteinander hat.

Die große Stärke des konfliktbeladenen Melodrams sind die kleinen Dinge: ein verdrucktes Lachen hier, eine auf den Punkt gesetzte Geste dort, ein Satz, der genau stimmt. Die komplexe Erzählstruktur mit Rückblenden und Imaginationen geht dabei mit den natürlich agierenden Schauspielern, allen voran Christoph Letkowski und Luise Heyer, und dem Sound­track (der an Pink Floyd erinnert) eine passende Liaison ein. Ein sehr deutscher Film, der dennoch eine ungeahnte Leichtigkeit des Seins verströmt. 

D 2017, 108 Min., R: Jens Wischnewski, D: Christoph Letkwoski, Luise Heyer, Karoline Bär

Die Reste meines Lebens

Kommentiere diesen beitrag