Kino

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão

Eurídice und Guida sind zwei Schwestern einer brasilianischen Familie in den 1950ern. Sie sind unterschiedlich, fühlen sich aber eng verbunden. Guida brennt mit einem griechischen Seemann durch, und als sie bald darauf mit einem Kind im Bauch wieder da ist, verstößt der Vater sie – und lässt sie auch in dem Glauben, Eurídice wäre längst in Wien, um am Konservatorium ihren Traum zu verwirklichen: Sie will Klavier spielen. Dabei hat sich auch Eurídices Lebens anders entwickelt als gewünscht: Sie hat sich in eine pragmatische Ehe gefügt, bald zieht auch noch der Vater bei ihnen ein. Und so leben die beiden Schwestern in zwei unterschiedlichen Vierteln, nicht so weit voneinander entfernt in Rio de Janeiro, und sind doch durch Welten getrennt.

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao
Foto: PEDRO MACHADO

Der vielseitige Karim Ainouz hat zuletzt den Dokumentarfilm „Zentralflughafen THX“ (2018) gemacht, in dem er seine Sicht auf die „Flüchtlingskrise“ im Auffanglager Tempelhof darlegte. Nun kehrt er zum Spielfilm zurück, und in seine Heimat Brasilien.

Der Film beruht auf einem Roman von Martha Batalha, an dem Ainouz entscheidende Änderungen vorgenommen hat, alle zum Vorteil des Films: Mit zwei starken Hauptdarstellerinnen erzählt Ainouz ein episches Melodram, das durch Stilisierungen (zum Beispiel eine konsequente Farbendramaturgie) und durch Emotionalität überzeugt.

BRA/D 2019, 139 Min., R: Karim Aïnouz, D: Carol Duarte, Fernanda Montenegro, Julia Stockler, Gregório Duvivier, Start: 26.12.

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