Kino

Die versunkene Stadt Z

Auf den Spuren von Percy Fawcett

ZITTY-Bewertung: 5/6

In die exotische Ferne zieht es den -weißen Mann, um Abenteuer in der Wildnis zu erleben. Regisseur James Gray verfilmte das Leben des britischen Ethnologen Percy Fawcett (Charlie Hunnam). Während seiner letzten Reise 1925 auf der Suche nach einer geheimnisvollen Stadt verschwand der Abenteurer spurlos im brasilianischen Urwald, über die Umstände kursieren Legenden.

Gray bedient das Genre episch mit allem, was es braucht: Piranhas, Malaria, freundliche und unfreundliche Autochthone, Hunger, Schlechtwetterperioden und sogar Kannibalismus. Dank der atmosphärischen Kameraführung von Darius Khondji sowie passend auf- und abschwellender Filmmusik lässt sich das auch gut gucken. Dazu schält Gray aus der Biografie eine komplizierte Beziehung zur intellektuell wachen Ehefrau (Sienna Miller) und dem ältesten Sohn (Tom Holland), der sich vom meist abwesenden Vater vernachlässigt fühlt. Die Intrigen unter den Forschungsreisenden der Royal Geographical Society sorgen für Spannungsmomente abseits des Dschungels.

Weiße erforschen „wilde“ Völker – das ist heutzutage natürlich fragwürdig, aber Gray fügt smart Dialogpassagen ein, die eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ethnozentrismus des postkolonialen Diskurses vorwegnehmen. Ein Tupfer spiritueller Transzendenz wärmt am Ende auch noch das Herz.  

„The Lost City of Z“, USA 2016, 140 Min., R: James Gray, D: Charlie Hunnam, Sienna Miller, Robert Pattinson