Thriller

Die Vierhändige

Ein Ereignis in der Kindheit hat die Schwestern Sophie und Jessica zusammengeschweißt: Sie mussten miterleben, wie ihre Eltern von Einbrechern ermordet wurden. Damals hatte Jessica (Friederike Becht) geschworen, auf ihre sensiblere Schwester aufzupassen.

Die Vierhändige
Foto: Camino Filmverleih

Mittlerweile sind beide schöne junge Frauen, und das „Aufpassen“ auf Sophie (Frida-Lovisa Hamann) ist für die aggressive Jessica zum Wahn geworden, kaum einen Schritt kann die ambitionierte Pianistin Sophie alleine tun. Zudem sind die Mörder von damals wieder auf freiem Fuß, Jessica sinnt auf Rache. Dann geschieht das Unglück: Jessica kommt bei einem Unfall um. Oder doch nicht?

Regisseur Oliver Kienle hat 2010 mit „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ seinen Hang zum Genrekino überzeugend demonstriert. So verwundert es nicht, dass er hier nicht an einem tiefer gehenden Schwesterndrama interessiert ist.

Er greift lieber in die gruseligen Vollen, indem er jede Situation zuspitzt und sich bald dramaturgisch in einer Dr.-Jekyll-Mr.-Hyde-Variante verliert, bei der der Zuschauer zunehmend alleine gelassen wird, weil nie ganz klar ist, was denn nun real ist oder der Fantasie Sophies entsprungen. Das ist handwerklich virtuos umgesetzt und gut besetzt, hinterlässt aber bald nur noch ein Schulterzucken beim überforderten Seher.

Mittendrin: der stets sehenswerte Christoph Letkowski als Sophies Freund, der ganz schön Dresche einstecken muss.

D 2017, 94 Min., R: Oliver Kienle, D: Frida-Lovisa Hamann, Friederike Becht, Christoph Letkowski, Start: 30.11.

Die Vierhändige

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