Kino

Die Wurzeln des Glücks

Die Idee ist schon reichlich absurd. Ein ehemaliger Kardiologe aus New York wandert aus, um Schweine zu züchten – in Israel. Dabei gilt im Judentum Schweinefleisch als nicht koscher. Wie der grummelige Harry Rosenmerck (James Caan) sein bisheriges Leben für eines als Schweinebauer im Heiligen Land austauscht, ist dabei aber nur eine Geschichte in „Wurzeln des Glücks“, mit dem die französische Autorin und Regisseurin Amanda Sthers ihren eigenen Roman auf die Leinwand bringt. Der Film ist als Ensemblestück angelegt und erzählt parallel die miteinander verbundenen Geschichten der Familienmitglieder, die Harry zurückgelassen hat: von seinem Sohn, dem schwulen Theaterregisseur David, seiner durchs Leben mäandernden Tochter Annabelle (Efrat Dor) und seiner krebskranken Ex-Frau (Rosanna Arquette).

Foto: Sam Hellman / Studiocanal

Sthers zeigt, wie sich alle an ihren mit Enttäuschungen und Konflikten beladenen Verhältnissen abarbeiten und teils versuchen, sie an den Bruchstellen wieder zu kitten. Allerdings verblassen diese Geschichten deutlich im Vergleich zu Harrys Schweinezüchterei, durch die er mit dem Rabbi Moshe (Tom Hollander) aneinandergerät. Das ist in der überfrachteten Handlung mit Abstand am unterhaltsamsten: mit Rauherzigkeit, Humor, einem niedlichen Schweinchen mit rotem Halstuch und zwei hervorragenden Schauspielern.

Holy Lands, F/B 2017, 100 Min., R: Amanda Sthers, D: James Caan, Tom Hollander, Rosanna Arquette, Start: 5.9.