FARCE

Die Zofen

Das Ausnahme-Duo Samuel ­Finzi und Wolfram Koch köchelt hier ­leider nur auf kleiner Flamme

Samuel Finzi, Wolfram Koch, Bernd Stempel in „Die Zofen“ – Foto: Arno Declair

Männer im Rock? Da rast das Publikum zuverlässig, gerade, wenn sie wie hier breitbeinig darin herumstaksen und nur gelegentlich so etwas wie Anmut wagen. Ob Jean Genet sich das so vorgestellt hat, als er verfügte, seine bitterbösen „Die Zofen“ von 1947 ausschließlich von Männern spielen zu lassen?

In Ivan Panteleevs Regie im Deutschen Theater jedenfalls fehlt es den Zofen von Samuel Finzi und Wolfram Koch nicht an Komik, sondern am Bösen, Abgründigen, Schillernden.

Stattdessen stehen da zwei Spieler auf Johannes Schütz’ steriler Spiegelwand-Bühne, die ihre Rollen oft auf zu kleiner Flamme köcheln lassen. Dass die beiden schon den Hausherren hinter Gitter gebracht haben und nun planen, ihre Chefin zu vergiften, glaubt man ihnen nicht wirklich.

Die Sache wird erst spannend, als Bernd Stempels Gnädige Frau hereintrippelt, ein Wunderwerk aus Colliergriff und Schattenboxen. Mit äußerster Spiellust zelebriert Stempel die Doppelbödigkeit seiner Figur, eine Tyrannin der Zurückhaltung und der perfekten Manieren. Jetzt dreht auch Finzi auf, wenn er versucht, der Gnädigen Frau in immer neuen beiläufigen Wendungen den vergifteten Tee unter die Nase zu halten.

Eine bittersüße Komödie – mit Längen. GEORG KASCH

9. + 16.12., 20 Uhr, Deutsches Theater, ­Schumannstr. 13a, Mitte. Regie: Ivan ­Panteleev; mit Samuel Finzi, Wolfram Koch, Bernd ­Stempel. Eintritt 5–48, erm. 9 €

Facebook Kommentare

[fbcomments]