Kino

Dieses bescheuerte Herz

Ein paar Minuten erst ist der Film alt, schon parkt Lenny (Elyas M’Barek), der arrogante Filius eines Herzchirurgen, sein sauteures, von Papa finanziertes Auto im familieneigenen Swimmingpool. Da reicht es dem Vater, alle Kreditkarten werden gesperrt, vorbei sind die nächtlichen Saufgelage im Münchener P1. Stattdessen erhält der Endzwanziger eine Strafaufgabe: Um einen herzkranken Jungen soll Lenny sich kümmern, David ist 15, und dass er seinen 16. Geburtstag erlebt, ist keineswegs ausgemacht. Wünsche aber, die hat David en masse, sich mal so richtig verlieben, einen Sportwagen fahren … Und Lenny, macht sich daran, dem Jungen diese Wünsche zu erfüllen.

Dieses bescheuerte Herz
Foto: Constantin Film Verleih GmbH Jürgen Olczyk

Marc Rothemunds, auf der realen Freundschaft des Autors Lars Amend mit dem herzkranken Daniel Meyer beruhender Film weist manche Schwäche auf, doch Philip Noah Schwarz, der seinen David zwischen rehäugigem Kind und frühweisem Teenager oszillieren lässt, ist zweifelsohne eine Entdeckung. Wenn er den vom Wohlstandsennui geplagten Lenny ein ums andere Mal daran erinnert, wie wichtig es ist, den Moment beim -Schopfe zu packen, dann weist auch dieser über weite Strecken vorhersehbare Film über sich hinaus. Und Elyas M’Barek? Agiert ähnlich souverän wie in „Fack ju Göhte“, wiewohl sein Spiel diesmal einen Deut zu routiniert ist.       

D 2017, R: Marc Rothemund, D: Elyas M‘Barek, Philip Noah Schwarz, Nadine Wrietz, Uwe Preuss

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