Drama

Directions – ­Geschichten einer Nacht

In Sofia steigt ein Mann am Flughafen in ein Taxi. Er kommt aus Wien, und weil er es dort besser hat, macht er aus ­seinem ­Ärger über die Verhältnisse in Bulgarien kein Hehl.

Die Fahrerin hat allerdings auch eine Geschichte, und wie es sich hier trifft, haben die Geschichten des Fahrgasts und der Taxilenkerin miteinander zu tun. Vor vielen Jahren, noch zu Zeiten des Kommunismus, wurde der Frau ein Stipendium, für das sie in hohem Maß qualifiziert gewesen wäre, nicht ­gewährt. Es ging stattdessen an einen jungen Mann, dessen Vater ein hohes Tier in der Kommunistischen Partei war. Dieser junge Mann ist nun reich und lebt in Wien …

Directions
Directions- Geschichten Einer Nacht
Foto: Aktis Film

„Directions“ erzählt von den Verhältnissen im heutigen Bulgarien am Beispiel ­einer Reihe von Taxifahrten. Tschechows Erzählung „Elend“ diente als Inspiration für einen Film, der im Grunde funktioniert wie ein Flugblatt: Die Kommunikation muss schnell sein, die Botschaft darf nicht zu komplex werden, die Skizze muss sitzen. Lange Zeit hat man aus Bulgarien kaum Filme gesehen, inzwischen ist das ­ärmste EU-Land am Aufholen. Stephan Koman­darev verknüpft geschickt eine Reihe von Schicksalen zu einem Gesamtbild: Man sieht die Nachtseite einer Gesellschaft, die darum ringt, sich endlich aus undurchsichtigen Strukturen zu befreien. 

„Posoki“, MAZ/BUL/D, R: Stephan Komandarev, D: Vasil Vasilev–Zueka, Ivan Barnev, Assen Blatechki, Irini Zhambonas

Directions: Geschichten einer Nacht

Facebook Kommentare

[fbcomments]