NACHRUF

Dirk Pilz ist tot

Dirk Pilz (1972–2018) – Foto: Thomas Aurin

Ein Tod erschüttert immer, aber hier ganz besonders. Denn Dirk Pilz war ein feiner Mensch. Nicht in dem Sinne, dass er sich für irgendetwas zu fein gewesen wäre, überhaupt nicht, aber er war ein feinsinniger Autor, ein blitzgescheiter, stets höflicher, rundum ein äußerst angenehmer Kollege.

Sehr lange arbeitete Dirk auch für ­dieses Stadtmagazin, war mit seinen klugen aber nie abgehobenen Texten geradezu eine Stütze der Theaterredaktion. Ich durfte Redakteur vieler seiner wunderbaren Texte sein, ein paar Interviews (wie etwa mit Frank Castorf) haben wir auch gemeinsam gestemmt. Als er 2011 Redakteur der „Berliner Zeitung“ wurde, konnte er nicht mehr für uns schreiben, was ihm leid tat. Uns aber noch viel mehr.

Bereits 2007 gehörte er zu den Gründern der Onlineportals nachtkritik.de, 2015 wurde er Gastprofessor am Berlin Career College der Universität der Künste und Leiter des Masterstudiengangs Kulturjournalismus. Zehn Jahre lang betreute er als Mentor Festivalzeitung und -block beim Berliner Theatertreffen. Denn sein Wissen gab er gerne weiter. Kampagnenjournalismus aber war ihm zuwider. Lieber ernsthaft und fair als streitlustig und einseitig schrieb und hinterfragte er Gott und die Welt: neben dem Theater beschäftigten ihn interreligiöse Glaubensfragen, er saß im Stiftungsrat des „House of One“ in Mitte.

Dass er seit zwei Jahren mit einem Tumor kämpft, teilte er nur einem kleinen Kreis mit. Es schien vor ein paar Wochen sogar überstanden. Leider nein. Am 2. November ist der aus dem Vogtland stammende Berliner Theaterkritiker, Kulturjournalist und Geisteswissenschaftler im Alter von nur 46 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. Er hinterlässt seine Frau Anne Peter und zwei kleine Kinder. Er wird fehlen, uns allen.

Ruhe in Frieden, lieber Dirk!  –icke

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