Kino

Docteur Knock

Kommt ein neuer Arzt in die Stadt, aber alle sind gesund. Schon bald hat der stets gut gelaunte Docteur Knock die Bewohner des Örtchens Saint-Mathieu davon überzeugt, dass es immer etwas zu heilen gibt. Das Geschäft brummt, dem Doktor geht’s gut, und alle freuen sich, dass ihnen endlich geholfen wird.

Docteur Knock
Foto: Wild Bunch Germany

Stoff für eine böse Satire auf das Gesundheitswesen, der Film zur Bürgerversicherung etwa? Weit gefehlt, denn die ­Geschichte des Docteur Knock greift auf ein französisches Theaterstück aus dem Jahre 1923 zurück, in dem das skrupellose Treiben auf das Aufkommen des Faschismus verweist. Es gab mehrere Verfilmungen, darunter eine von Dominik Graf. ­Lorraine Lévy versetzt nun die Handlung in ein Bergdorf der 50er-Jahre, ihr Knock ist weder diabolisch noch gewissenlos, sondern eher ein geschäftstüchtiger, intri­ganter Hallodri.

Dass er einem aber nie so richtig sympathisch wird, daran krankt der eigentlich als Komödie angelegte Film. Sehr gelungen hingegen, dass die Inszenierung nicht darauf eingeht, dass der Doktor schwarz ist, was auch den Dörflern in der franzö­sischen Provinz überhaupt nicht aufzufallen scheint. So entspinnt sich eine Groteske zwischen Gaunerkomödie, Gesellschaftsfarce und Komödienstadl mit kleinen Verneigungen in Richtung Capra, Lubitsch und vor allem Jacques Tati. Ohne den Vorgenannten je das Wasser reichen zu können. 

„Knock“, F 2017, 113 Min., R: Lorraine Lévy, D: Omar Sy, Alex Lutz, Ana Girardot, Andrea Ferreol

https://www.zitty.de/event/komoedie/docteur-knock-ein-arzt-mit-gewissen-nebenwirkungen/

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