documenta 14

Kassel muss warten

Die wichtigste internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst ist in Athen gestartet

Die Aufregung um die Verlegung eines Teils der 14. documenta von Kassel nach Athen hat sich etwas gelegt. Am 8. April wurde sie nun in der griechischen Hauptstadt eröffnet. An mehr als 40 Standorten in der ganzen Stadt zeigen nun 160 Künstler ihre Arbeiten.

Foto: Matthias Voelzke
Nevin Aladağ, Music Room (Athens), 2017, Installation mit Möbeln, Haushaltsgegenständen, Teilen von Musikinstrumenten, Performances, Athener Konservatorium (Odeion), Athen, documenta 14. Foto: Matthias Voelzke

Die von Adam Szymczyk kuratierte d14 gibt sich konzeptionell korrekt und hat neben Performativem und Aktionistischem auch ihre sinnlichen Seiten. Dabei landet auch allerlei mediokre Kunst an der Wand und auf dem Sockel.

Berliner Künstler sind da auch dabei. So presst zum Beispiel Daniel Knorr auf einer Werkbank in Athen gesammelten Müll zwischen Buchseiten, während Nevin Aladağ Instrumentensaiten auf Sitzmöbel spannt, die zu unterhaltsamen Performance-Gigs genutzt werden können.

Eine der eindringlichsten Arbeiten unter den 160 eingeladenen Positionen liefert jedoch der nigerianische Klangkünstler Emeka Ogboh im halbfertigen Theater des Athener Konservatoriums. In „The Way Earthly Things Are Going“ konterkariert ein Song die weltweiten Aktienindizes. Wer einen Urlaub auf den griechischen Inseln macht, sollte für die d14 Athen unbedingt zwei Extratage einplanen.

documenta 14, Athen, verschiedene Orte bis 16.7., www.documenta14.de, ab 10.6. in Kassel