Der Stammgast

Dorian Mazurek

Der Stammgast: 160.000 Menschen ziehen jedes Jahr nach Berlin. 71.000 davon kommen nicht aus Deutschland.  Sie haben auch mal kulinarisches Heimweh. Wo sie dann essen, verraten sie in dieser Serie

Runde Piroggen: TaktakFoto: Saskia Uppenkamp
Runde Piroggen: Taktak
Foto: Saskia Uppenkamp
Polnisch: Bigos, das ist für ihn der Geschmack von Abenteuer, des illegalen Grenzübertritts. Die Belohnung für acht Stunden Autobahnfahrt, die Dorian Mazurek, 1986 mit seiner Familie aus Polen geflüchtet, für Besuche in der Heimat zurücklegte. Eigentlich verbot ihnen die Residenzpflicht das Verlassen des Landkreises. Bei Oma wartete der sämige Fleisch-Eintopf.

David MazurekFoto: Saskia Uppenkamp
David Mazurek
Foto: Saskia Uppenkamp

Mazurek ist selbst Gastronom, gründete das Lokal ­Keule, außerdem den Club WYSIWIG, aktuell kämpft er vor Gericht um seine Teilhaberschaft im Klunkerkranich. Zusammen mit Karol Kasierski, ebenfalls 1986 aus Polen geflüchtet, hatte er den Kulturdachgarten initiiert. Kasierski führt seit Ende November 2015 das Bistro tak tak, hier bietet er authentisch polnische ­Küche: viel Fett, Kraut und Fleisch. „Das perfekte Kater­essen“, sagt Mazurek und bestellt eine Flasche Wodka zu Bigos, Zurek, einer sauren Mehlsuppe, der Rote-Bete-Suppe Barsczc und Piroggen. Die Teigtaschen werden im tak tak auch klassisch mit Sauerkraut und Waldpilzen gefüllt, Mazurek wählt die Variante mit Rote Bete, Ziegenkäse und Kapern. Ein Hauch Meerrettich gibt ihnen eine unerwartete Rafinesse. Nur am Zurek gibt es Kritik. „Da ist zuviel drin“, sagt Mazurek. Die Suppe habe früher fast nur aus Wasser und Mehl bestanden, sei ein Arme-Leute-Essen, so wie die polnische Küche an sich. „Aus fast nichts was Fantastisches zaubern, das ist unsere Kunst“, sagt er. MSB

tak tak, Brunnenstr. 5, Mitte, Mo-So 12-22 Uhr, www.taktak-polishdeli.de

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