Dokumentarfilm

Dream Boat

Schwule Männer bei einer Kreuzfahrt auf der Suche nach Party und dem Richtigen

ZITTY-Bewertung: 5/6

Rund 3.000 schwule Männer auf Kreuzfahrt entlang der spanischen ­Ostküste – das klingt nach Endlosparty und ­Megakater. Eine Woche lang dauert der Trip, und für die meisten der aus 89 Ländern Herbeigeeilten ist er das Ereignis des Jahres. Endlich angstfrei und unverstellt unter seinesgleichen! Sie präsentieren sich nun selbstbewusst in heißen ­Underwear-Kollektionen. Hoch sind die Erwartungen an Freiheit, Sex und mög­licherweise Mr. Right.

Dream Boat
Dream Boat
Gebrüder Beetz Filmproduktuin

Erstmals war eine Kamera an Bord. Der Doku­mentarfilmer Tristan Ferland ­Milewski kontrastiert die farbensatten Bilder von perfekten Männerkörpern mit Reflexionen über Coming-Out, Glück und die ­Lebensumstände von Homosexuellen in restriktiven Ländern wie Russland, Jorda­nien und Polen. Für die nachdenk­lichen Töne hat er den Inder Dipankar herausgepickt. Bislang beziehungslos, erhofft er sich vom Dream Boot einiges. Doch wie punktet ein pummeliger Mann bei konträrem Schönheitsideal? Marek aus ­Polen entspricht zwar diesem Bild, doch er will nicht nur wegen seines Körpers geliebt werden.
Beziehungen, Lebensgemeinschaften werden erörtert. Natürlich auch der ­alles dominierenden Wahn nach ewiger ­Jugend. F

ür das Alter gibt es keine Alternative. Auch nicht zu Aids. Doch letzteres wird gnadenlos verdrängt. Hat die Medizin nicht Fortschritte gemacht? Also wird weitergefeiert. Exzessiv. Trotz Kater, trotz Krisen.

D 2017, 92 Min., R: Tristan Ferland Milewski

Dream Boat (2017)

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