Meinung

Durchatmen oder ausrasten? Ein Plädoyer für Achtsamkeit

In unruhigen Zeiten zur inneren Mitte finden: Redaktionspraktikantin Nina Sabo sieht jetzt die richtige Zeit zum Üben.

Redaktionspraktikantin Nina übt Achtsamkeit, wenn ein Krankenwagen mit Martinshorn vorbeirauscht. Foto: Mareen Gericks

Berlin befindet sich im Ausnahmezustand. Von ihrer Panik getrieben, kaufen Großstädter*innen ganze Supermarktregale leer und verbreiten auf sozialen Medien besorgt ihre Meinung zur Krise. Unter Hashtags wie #socialdistancing, #stayathome, #checkyourprivilege werden neue gesellschaftliche Richtlinien erhoben und unter sämtlichen Posts reproduziert. Im Minutentakt bekommen wir die neuesten Meldungen zur aktuellen Lage, unser Zusammenleben findet seit den letzten Wochen im Rahmen eines ständigen Updates statt. Seelenruhig bei einem Tässchen Tee und ganz bequem zuhause plaudern in der Covid-19-Krise wahrscheinlich die wenigsten über das Frühlingserwachen. Was uns beschäftigt, sind Ängste, Sorgen und Ungewissheiten.

Besonders in diesen Zeiten – wenn wir nervös auf der Suche nach Klopapier durch den Supermarkt tigern – würde es gut tun, einmal tief durchzuatmen. Besonders in Stresssituationen vergessen wir oft, kurz innezuhalten und auf unseren Atem zu achten. Im Hier und Jetzt zu bleiben, statt im „Was wäre, wenn“ ist die große Kunst der Achtsamkeit: Der Puls wird ruhiger, die Gliedmaßen entspannen sich und der Kopf wird frei. Wann immer man im Großstadtdschungel aus dem inneren Gleichgewicht geworfen wird, kann Achtsamkeit helfen, wieder zur Mitte zur finden.

Gut üben kann man das etwa, wenn ein Krankenwagen mit Martinshorn an einem vorbeirauscht. Einfach versuchen, in diesem Moment fünf Atemzüge lang bewusst die Ruhe zu bewahren und innezuhalten. Mit etwas Übung kann das sogar bei Angststörungen, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen helfen. Apps wie „Mindfulness“ (aus Berlin) wurden für diesen Zweck entwickelt. Mich persönlich unterstützen bestimmte Techniken beim Einschlafen, wenn mir das Gedankenkarussel nachts keine Ruhe lässt. Wann, wenn nicht jetzt, wäre es besser, Achtsamkeit zu erproben?