Kunst

Edi Rama

Der wiedergewählte Regierungschef Alba­niens, Edi Rama, stellt erneut in Berlin aus – dieses Mal in der Galerie Carlier|Gebauer

Den großen Auftritt hatte Edi Rama, 54, Mitte November in Rostock, als die dortige Kunsthalle seine Werkschau eröffnete, mit Bürgermeister und Eintrag ins Buch der Stadt. Rama ist Vorsitzender der regierenden Sozialistischen Partei Albaniens, eines Staats, den die Bundesregierung auf dem langen Weg Richtung EU sieht, mit Korruptionsbekämpfung und dem Versöhnungsversuch mit Serbien. Mitte Februar hatte es allerdings Proteste gegeben: Demonstrant*innen warfen Edi Rama und seiner Regierung Korruption vor.

©Trevor Good
Ansicht der Installation in der Galerie Carlier|Gebauer, 2019, ©Trevor Good

Rama, studierter Maler und Lehrer etwa von Anri Sala, hatte auf der Venedig-Biennale 2017 Zeichnungen hinter Ólafur Elíassons Lampenwerkstatt gezeigt, als Wandtapete aus surreal-farbfrohen, teils aquarellierten Doodles auf beschriebenem Büropapier, die er bei der politischen Arbeit fertigt. In Rostock kamen sie besser zur Geltung. Eine kleinen Eindruck davon vermittelt nun die Galerie Carlier|Gebauer, in die Rama gewechselt ist: ein durch teils neue Keramik­skulpturen geerdetes, wandfüllendes Potpourri bunter Blätter, die für den Politiker Rama Konzentrationshilfe sind. Und für Betrachtende eine Übung in politischer Routine, wären sie des Albanischen mächtig.


Bis 9.3.: Galerie Carlier|Gebauer, Markgrafenstr. 67, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr