Kino

Ein Becken voller Männer

Bertrand lottert durch sein Zuhause. Die Mundwinkel hängen tief, sein Frühstück sind Pillen gegen die Traurigkeit. Arbeitslos seit Jahren, verschlungen vom Sog der Depression, macht Bertrand (Mathieu Amalric) sich und seiner Familie das Leben schwer. Bis er in seinem französischen Provinzstädtchen einen Aushang entdeckt, mit dem eine männliche Wasserballett-Gruppe neue Mitglieder sucht. Und Bertrand geht hin. Entdeckt Männer die ihm erstaunlich ähneln: Untrainiert und schwabbelig, sympathische Verlierer mit verstecktem Potential. Ausgerechnet ihre Trainerin soll Selbiges aus ihnen herauskitzeln, doch auch sie hat mindestens ein Problem – den Hang zum Alkohol.

Foto: Studiocanal GmbH/Mika Cotello

Dann plötzlich diese dumme Idee, in Norwegen an der Weltmeisterschaft fürs Synchronschwimmen teilzunehmen. Von Null auf Hundert. Also Vorhang auf für im Chlorwasser strampelnde Stars wie ­Mathieu Amalric, Guillaume Canet und Benoît Poelvoorde. Für ungelenkes Paddeln und chaotische Choreografien, da sich Grazie und Harmonie bei so konträren Charakteren nicht so einfach finden.

Doch das Genre verlangt es, und „Ein Becken voller Männer“ liefert. Leider nur Vorhersehbares, trotz zahlreicher Nebenstränge und Verwicklungen. Amüsant gewiss, doch nicht jedes angerissene Problem verlangt nach Erklärung und Lösung.

Le grand bain, F 2018, R: Gilles Lelouche, D: Mathieu Amalric, Guillaume Canet, Benoît Poelvoorde, Start: 27.6.

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