Tragikomödie

Ein Date für Mad Mary

Der Unterschichtstristesse kann Mary nur mit Alkohol und Kodderschnauze entrinnen. Und weil sie sich auch vor Prügeleien nicht scheut, hat „Mad“ Mary soeben sechs Monate im Gefängnis abgesessen.

Aggressiv und sensibel: Mary (Seána Kerslake)
Foto: Salzgeber

Zurück bei Mutter und Großmutter in einem Vorort von Dublin, hofft sie mit ihrer Freundin Charlene wieder um die Häuser ziehen zu können. Doch die bereitet gerade ihre Hochzeit vor und möchte Mary als Brautjungfer und Rednerin. Als wäre das Redenschreiben für Mary nicht schon Herausforderung genug, setzt sie sich für die Feier auch noch eine männliche Begleitung in den Kopf. Doch dann begegnet Mary der Fotografin Jess.

Skizziert wie eine Coming-out-Geschichte, basiert „Ein Date für Mad Mary“ auf einem Theaterstück von Yasmine Akram, das Regisseur Darren Thornton bereits für die Bühne inszenierte. Komik, schonungslose Dialoge, die Wucht kleiner Gesten und die Aggressivität von Charakteren, die ihren Weg nicht finden – dazu gesellt sich in Thorntons sensiblem Filmdebüt der unverstellte Blick auf den irischen, noch immer recht konservativen Alltag.
Mary merkt rasch, dass sich während ihrer Haftzeit viel verändert hat. Am meisten jedoch Charlene, die ihre Jugendsünden mit der Hochzeit beerdigt und Mary quasi mit entsorgt. Mary hingegen, großartig gespielt von Seána Kerslake, wird ihren ­eigenen Weg gehen, und wenn’s Steine regnet. 

„A Date for Mad Mary“, IRL 2016, 82 Min., R: Darren Thornton, D: Seána Kerslake, Tara Lee, Charleigh Bailey