Der Test

Ein Monat ohne Smartphone

Warum das denn?

Smartphoe kaputt

Nach knapp vier Jahren exzessiver Nutzung eines Smartphonemodells von 2013 schaltet es sich aus – und nie wieder ein. Diagnose: Softwarefehler, „Sudden Death“, nennt man das in Forenspalten auch. Der Speicher war seit Monaten voll und ließ sich mysteriöserweise nicht wirklich leeren. Da ich zunächst auf keinen alten Handy-Knochen zurückgriff, war ich schlecht erreichbar und relativ abgeschnitten von der Internetwelt – und dadurch wieder mehr in der Außenwelt.

Wie war’s?

Kein Bildschirmgewische vor dem Schlafengehen und nach dem Aufwachen, insofern: ganz angenehm. Als Quasi-Digital-Native mit bis dahin rund 50 Push-Benachrichtigungen am Tag stelle ich mir so aber auch einen kalten Drogenentzug vor. Twitter, Instagram, Spotify, Youtube, Snapchat – ich hatte sie alle konsumiert, als Journalist ohnehin zweckdienlich.
Berlin ohne Smartphone zu erleben, war schaurig-schön. In der U-Bahn der einzige zu sein, der nicht Whatsapp checkt, war zwar meist verschwendete Zeit, die man aber aufgrund von erstaunlich wenig Uhren im Stadtbild sowieso nicht so im Blick hat. Und eine Adresse zu finden, hat auch geklappt, ohne an jeder Ecke in eine Karte zu zoomen – so richtig mit Stift, Papier und Nach-dem-Weg-fragen.

Wie geht’s weiter?

Die vielen Impulse aufs Smartphone zu schauen, stoßen bei mir erfrischenderweise nicht mehr auf das Bedürfnis von Dopamin-Nachschub, was jede Menge Zeit spart. Am gruseligsten war aber irgendwie doch die Erkenntnis, dass für ganz viele Leute ein Monat ohne kleinen Helfer fast unvorstellbar ist, vor allem in Berlin. 

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