HOMMAGE

Erinnern ist Arbeit

Das Hebbel am Ufer gedenkt dem großen Theatermann Einar Schleef zum 75. Geburtstag

Tausendsassa: Einar Schleef (1944–2001) – Foto: Akademie der Künste, Berlin, Einar-Schleef-Archiv, Nr. 599_22 / VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Streitbar und umstritten war der Tausendsassa Einar Schleef zu Lebzeiten. In Ost-Berlin wurde 1975 seine gemeinsam mit B.K. Tragelehn inszenierte BE-Aufführung „Fräulein Julie“ nach wenigen Vorstellungen als „kulturpolitisches Ärgernis” abgesetzt. Schleef ging in den Westen, wo in den 80er-Jahren seine Frankfurter Inszenierung „Mütter“ einen handfesten Skandal auslöste. Auch nach der Wende sorgte Schleef für Irritationen und provozierte Ablehnung und Begeisterung gleichermaßen.

Der 2001 verstorbene Regisseur, Autor, Maler, Grafiker, Bühnenbildner, Fotograf und Schauspieler war auch ein (Zucht-)Meister chorischen Sprechens. Anlässlich seines 75. Geburtstags am 17. Januar widmet ihm das HAU eine Projektreihe, dessen Herzstück das Chorprojekt „Tarzan rettet Berlin“ nach den Tagebüchern von Schleef ist. Inszeniert von einem Frauenquartett um Janina Audick, Martina Bosse, Brigitte Cuvelier sowie Schleefs langjähriger Chorleiterin Christine Groß (10., 11., 14. + 15.1., HAU 1).

Unter dem Titel „Erinnern ist Arbeit“ firmiert nicht nur eine Schleef ­gewidmete Ausgabe der HAU-Publikationsreihe, die eines der letzten Interviews mit Schleef enthält, sondern auch ein Abend der Schauspieler Benny Claessens und Mira Partecke (12.1., HAU 2) mit Schleef-Texten zu Arbeit und Alltag, bei dem Fabian Hinrichs einen Vortrag hält und Masha Qrella singt. FRIEDHELM TEICKE

10.–12., 14. + 15.1., 19 Uhr, HAU 1, Strese­mann­­str. 29, Kreuzb., Eintritt 13 – 17, erm. 10 €