Komödie

Eine bretonische Liebe

Obwohl der 45-jährige Erwan in der Bretagne als Bombenentschärfer arbeitet, kam ihm sein Leben bislang immer ziemlich banal vor. Der tapsige Mann tut eben, was getan werden muss: Früher hat er in Krisengebieten Bomben entschärft, als seine Frau krank wurde, kam er zurück in die Heimat.

Eine bretonische Liebe
Foto: Arsenal Filmverleih

Inzwischen Witwer, kümmert er sich mit seiner kleinen Firma um explo-sive Fundstücke aus dem Zweiten Weltkrieg – und um seine Tochter Juliette, die hochschwanger ist und ihm partout nicht sagen will, wer der Vater ist. Obendrein erfährt Erwan zufällig bei einem Gentest, dass auch sein eigener Vater nicht sein biologischer ist. Auf der halbherzigen Suche nach den beiden Vätern lernt Erwan die Tierärztin Anna kennen. Bevor sich die beiden näher kommen, beschleicht Erwan der böse Verdacht, dass Anna möglicherweise seine Halbschwester sein könnte …

Das alles hört sich wahlweise nach schlimmem Boulevard oder schwerem Soziodrama an, kommt auf der Leinwand jedoch sehr locker, fast komödiantisch rüber. Carine Tardieu inszeniert in ihrem Regiedebüt das Familienschlamassel mit leichter Hand und viel Gespür für die Nöte -ihrer Charaktere. Allerdings muss sich das famose Ensemble hin und wieder arg nach dem etwas zu bemühten Drehbuch strecken, was die Glaubwürdigkeit ein wenig strapaziert.     

„Ôtez-moi d’un doute, F/B 2017, 100 Min., R: Carine Tardieu, D: François Damiens,
Cécile De France, Guy Marchand