Das Eine-Frage-Interview

„Mister X“-Comic Künstler Dean Motter

Dean Motter ist ein Autor, Comic-Künstler, Illustrator, Designer und Herausgeber, der vor allem für den retrofuturistischen Comic „Mister X“ sowie ­seine Zeit als Artdirector von DC Comics bekannt ist. Für die neue deutsche, erstmals vollständige Ausgabe bei Schreiber & Leser fertigte Motter eine exklusive Illustration von Mr. X auf dem Alex an.

Mr. Motter, wieso haben Sie für Ihren Druck zur Neuausgabe von „Mister X“ den Alexanderplatz als Kulisse ausgewählt?
„Mister X“ hatte immer einen großen deutschen Einfluss. Ob die Architektur der ­Moderne oder des Bauhaus, der Einfluss von Filmen wie „Nosferatu“, „M“ und „Metropolis“, der Traum einer perfekten, effizienten, futuristischen Stadt, die allgegenwärtigen Zeppeline und Suchscheinwerfer oder sogar die Musik von Kraftwerk und Tangerine Dream, die ständig in unserem Studio lief, als die Figur designt ­wurde. Tatsächlich war das zur selben Zeit, als die Band Ultravox die deutsche Version von „Herr X“ veröffentlichte (ursprünglich die B-Seite von „Vienna“). Sie werden auch feststellen, dass viele der unglückseligen und korrupten Architekten im Comic ­Namen und Ambitionen haben, die auf den berüchtigten Albert Speer anspielen. Auf alle Fälle wollte ich die Gelegenheit nutzen, den teutonischen Wurzeln von „Mister X“ Tribut zu zollen. Der Fernsehturm, die Weltzeituhr und der Alex­ erschienen mir ideal, da sie ­meiner eigenen Schöpfung Radiant City ähneln, und unser rätselhafter Architekt scheint hier absolut zuhause zu sein.Frage: CES

Dean Motter u.a.: „Mister X“.
Aus dem amerikanischen Englisch von Bernd Weigand.
Schreiber & Leser, Hamburg 2013. 384 Seiten, 39,80 Euro
Der Druck liegt der auf 99 Exemplare limitierten Vorzugsausgabe bei (49,80 Euro)

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