Das Eine-Frage-Interview

Video­game-Künstler Sebastian Stamm

Sebastian Stamm studierte Animation und Illustration und machte in Kassel seinen Abschluss in visueller Kommunikation. 2011 war der prämierte Video­game-Künstler aus Franken, der heute in Berlin lebt, Mitgründer der Indie-Videospiel-Schmiede Black Pants Studio. Vor Kurzem ist sein ideenreicher Science-Fiction-Comic „Lescheks Flug“ erschienen.

Herr Stamm, ist ein Comic mit deutschen Sprechblasen, aber englischen Schildern und Beschriftungen in den Panels ein Zeichen ­dafür, dass der Künstler eine englischsprachige Veröffentlichung im Sinn hat?

Alle Comics und Geschichten, die ich ­zuvor gemacht habe, hatte ich in englischer Sprache geschrieben. Es fiel mir auf Englisch leichter, schnell Formulierungen zu finden, die funktionierten. Als Nichtmuttersprachler läuft man dabei allerdings oft Gefahr, sich in Klischees oder zu abgedroschenen Sätzen zu verlieren. „Lescheks Flug“ wollte ich bewusst von vornherein auf Deutsch verfassen und mich dazu zwingen, mich substantiell mit meiner Muttersprache auseinanderzusetzen und mehr über deren Nuancen zu lernen. Absurderweise war es zunächst schwerer, für die entsprechenden Szenen die richtigen Wörter zu finden, doch entwickelte ich nach und nach ein besseres Gefühl dafür. Nach der Veröffentlichung des Videogames „Tiny & Big“ hatte ich gemerkt, wie gerne ­mittlerweile rein digitale Inhalte angenommen werden und habe gesehen, wie schnell eine lebhafte Community um ­etwas wachsen kann. Deswegen habe ich dennoch von Anfang an ­geplant, „Lescheks Flug“ auch digital her­auszubringen und so für den englischsprachigen Raum zugänglich zu ­machen.

www.the-stamm.com