Berlin

Eisige Orte: Die besten Eisläden von Berlin

Quinoa-Quitte statt Erdbeer und Vanille. Aber nicht nur die Sorten sind vielfältiger geworden, unter den 500 Eisläden Berlins haben anspruchsvolle Manufakturen für einen Qualitätssprung gesorgt.

Foto: Nina Zimmermann

Niko Robert, ein Patissier aus der Spitzengastronomie, der seit ein paar Jahren seine Eisdiele Hokey Pokey in Prenzlauer Berg betreibt, hat kräftig an der ­Anhebung der Berliner Eisqualität mitgewirkt. Ba­nane in Rohrzucker karamellisiert oder Rum flambiert mit Schoko-Brownie-Stückchen und gerösteten Pekannüssen, solch komplexe Rezepturen begeistern alle, die geschultere Geschmackssinne haben – oder einfach nur experimentierfreudiger sind – und die ihm, mitunter zum Ärger der Anwohner, das ganze Jahr die Bude einrennen.

Zu den Stammgästen des Cuore di Vetro, einem von Angelika Kaswalder und Guido Dorigo betriebenen Eisladen in Mitte, gehören auch die Einstürzenden Neubauten – die Lieblingsmusiker des kulturaffinen Paares. Eingerahmt von den Werken befreundeter Künstler kreieren Kaswalder und Dorigo in ihrem Salon echtes italienisches Gelato. Hinter einer großen, polierten Glasscheibe werden die Zutaten verarbeitet, die die beiden von ihren Reisen mitbringen: Haselnüsse aus dem Piemont, Pistazien aus Sizilien oder Vanille aus Tahiti. Außerdem wird hier viel frisches, saisonales Obst untergemischt.

Boris König und Phillipp Niegisch hatten während einer Start-up-Vorlesung an der Freien Universität die Idee zu einer ungewöhnlichen Eisbude: Denn bei Woop Woop Icecream – ein poppig-bunter Food-Truck, mit dem sie in der ganzen Stadt unterwegs sind – geht es nicht nur um das fertige, gefrorene Produkt. Auch der Herstellungsprozess gerät zum Spektakel: Mithilfe von Stickstoff und einer Schock­frostung bei minus 200 Grad entsteht vor den Augen der Kunden die frische Speise. „Eis essen soll Spaß machen“ – die Zubereitung offensichtlich auch.

Aber auch der Geschmack soll ein Erlebnis sein, denn mithilfe der Schockfrostung bekommt das Eis eine schöne Dichte, bleibt aber gleichzeitig wunderbar cremig. Etwa ihr veganes Grünkohl-Matcha-Eis mit Agavendicksaft oder die Sorte Blaubeer-Mohn. Dennoch: Auf den puren Geschmack mag sich das kulinarisch Neue doch nicht immer verlassen. Manchmal muss es auch ein Spektakel sein.

Text:
Ariane Bille


Eisige Orte

Cuore di Vetro
Max-Beer-Straße 33, Mitte, Di–Fr 9–21 Uhr, Sa+So 10–21 Uhr
www.facebook.com/CuoreDiVetroBerlin

Hokey Pokey
Stargader Straße 73, Prenzlauer Berg, Mo–So 13–18 Uhr,
www.hokey-pokey.de

Woop Woop Icecream
regelmäßiger Standort: Beach-Bar Charlie’s Beach am Checkpoint Charlie,
www.woopwoopicecream.de