Kino

Elternschule

Zum Überwinden von Tragik braucht man auch Humor: Als der Psychologe Dietmar Langer die Geschichte eines kleinen Jungen erzählt, der drei Jahre lang nichts ­anderes als die Zipfel von Bratwürsten aß, müssen auch die Erwachsenen seines Seminars befreit lachen.

Die Klienten der „Elternschule“ haben in ihrem Alltag sonst wenig Anlass dazu. Ihre Kinder weinen ständig, schlafen nicht durch, spielen nicht oder essen nichts mehr – außer Fastfood. Sie erbrechen sich, wenn ihre Eltern sie füttern wollen, sie beißen, spucken, schlagen oder werfen Messer über den Tisch. Jörg Adolph und Ralf Bücheler haben solche Szenen in der psychosomatischen Abteilung der Kinderklinik Gelsenkirchen beobachtet, wochenlang waren sie mit der Kamera dabei, vom Erstgespräch bis zum Nachsorgetermin. Eintritt in diese Welt findet man nur über Vertrauen – und weil das Klinikteam stolz auf seine Arbeit sein kann.

Elternschule
Mittagsrunde in der Elternschule
Foto: Zorro Mindjazz

Zuletzt hat die Doku „Wie die anderen“ (2015) die Türen einer ­Jugendpsychiatrie geöffnet. In „Elternschule“ sieht man nun die Probleme in den Kinderschuhen, doch auch da können sie riesengroß sein. Dass die Probleme oft ungewollt bei den Erwachsenen beginnen oder von ihnen verstärkt werden, macht „Elternschule“ mit großem Respekt deutlich. Und gibt eine Idee, wie sich die Negativspiralen unterbrechen lassen. 

D 2017, 112 Min., R: Jörg Adolph und Ralf Bücheler, Start: 11.10.

Infos und Termine:

Elternschule