Kino

Embryo – A Journey of Music and Peace

Diesen Film dürfte es eigentlich nicht geben und doch ist er längst überfällig. Denn die Geschichte der Band Embryo, die hier erzählt wird, klingt einfach unglaublich. Gegründet 1969, zählten bisher über 50 Musiker zum engen oder erweiterten Kreis von Embryo, die Anzahl der Gastmusiker über die Jahrzehnte wird grob auf 400 geschätzt. Regisseur Michael Wehmeyer, selbst viele Jahre lang Keyboarder bei Embryo, erinnert sich noch heute daran, wie er bei seiner ersten Probe begrüßt wurde: „Wir spielen zwei Stunden und wenn dir nichts einfällt, fliegst du wieder raus.“

Diese nette Ansage von Gründungsmitglied Christian Burchard sagt einiges aus über die Ideen und die Ideale dieses Kollektivs: immer offen für Neues, immer in Bewegung bleiben. Embryo wuchs zwar im wild sprießenden deutschen Krautrockgarten der End-1960er-Jahre heran, war aber durch eine große Jazz-Affinität geprägt. 2011 begann Michael Wehmeyer, das weit verstreute Foto- und Filmmaterial über die Band zu sammeln und zu sichten.

Wehmeyer hat gar nicht erst den Versuch unternommen, das „embryonale“ Universum in das Schema einer konventionellen Musikdokumentation zu pressen. Entstanden ist eine filmische Collage, die was von einer improvisierten Live-Session hat, aber dadurch das Außergewöhnliche dieser Band bestens beschreibt.

D 2018, 98 Min., R: Michael Wehmeyer, Start: 6.9.

https://www.zitty.de/event/kino/embryo-a-journey-of-music-and-peace/