Brandenburg

Endmoräne 2018 in Eisenhüttenstadt

Im Flächendenkmal Eisenhüttenstadt bearbeiten die 19 Künstlerinnen des Berlin-Brandenburger Vereins Endmoräne ein ehemaliges Kinderwochenheim

Ursprünglich diente der Verein Endmoräne der Annäherung von Künstlerinnen aus Berlin und Brandenburg nach dem Mauerfall. Jetzt, nach über einem Vierteljahrhundert, unterzieht der Verein die DDR-Version ­eines real existierenden ­Arbeiter- und Bauernstaats einer künstlerischen Revision. Wie jeden Sommer bei der Endmoräne geht es ins Brandenburgische, wo nach Herrenhäusern, Fabriken und Kasernen ein ehemaliges Kinderwochenheim in Eisenhüttenstadt den Anknüpfungspunkt für die anderthalb Dutzend Künstlerinnen und ihren Gästen bildet.

Barbara Müller: „Blau tragen“ Installation, diverse Medien, Intervention im öffentlichen Raum www.barbaramueller.net Leinwand, vernäht, bemalt, Holz, Blech 2018. Foto: Endmoräne e.V.

Kinder von drei bis sechs Jahren blieben während der Arbeitswoche im Heim und kamen nur an den Wochenendtagen zu ihren sonst werktätigen Eltern, sozusagen in einem Zweifünftel-Takt, wie ihn der ­Titel der diesjährigen Ausstellung „Plan 2 : 5“ spiegelt. Die Abschaffung bürgerlicher Familienverhältnisse zugunsten ­staatlicher Kollektiverziehung ­ermöglichte den Einsatz der Arbeitskraft vor allem der Mütter für die sozialistische Produktion. Dem gehen die Künstlerinnen hauptsächlich in ortspezifischen Installationen nach. Wie immer ist der Ausstellungsort eine Trouvaille, ein glücklicher Fund, dessen Symbolkraft die Kunstwerke nach seiner ­aktuellen Relevanz befragen. Also hinaus in die ehemalige „Stalinstadt“ und staunen, wie Utopie und Dystopie ineinander verschränkt sein können. 

Bis 1.7.: Ehem. Kinderwochenheim, Erich-­Weinert-Allee 4, Eisenhüttenstadt, Sa/So 13-18 Uhr

 

Endmoräne 2017

Rohkunstbau und Endmoräne

Endmoräne 2016

Endmoräne im Endmoränenland