Kino

Endzeit

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die thüringischen Städte Jena und Weimar zu den letzten Bastionen der ­Menschheit nach der Zombieapokalypse ­avancieren würden? Davon erzählt „Endzeit“, basie­rend auf der gleichnamigen Graphic ­Novel von Olivia Vieweg, von der auch das Drehbuch stammt. 

Auf der Flucht: Vivi (Gro Swantje Kohlhof)
Foto: Leah Striker / Grown Up Films – a division of Kinderfilm GmbH

Im Mittelpunkt von ­­Carolin Hellsgards Verfilmung stehen zwei Frauen. Im Niemandsland zwischen den beiden streng abgesicherten Städten trifft Vivi (Gro Swantje Kohlhof) auf die ­ältere Eva (Maja Lehrer). Was nicht schlecht ist, schließlich gilt Eva als ­toughe Kämpferin. Gemeinsam schlagen sich die beiden durch eine überraschend idyllische Landschaft, in der die Natur wieder das Regiment übernommen hat. Sie begegnen einer mysteriö­sen Gärtnerin (Trine Dyrholm).

Autorin Vieweg und Regisseurin Hellsgard geht es nicht um das übliche Zombie­gemetzel. Neben der Frage, wie mensch sich im Ausnahmezustand verhält, verfolgen beide einen eher esoterischen Ansatz: die (Wieder)Vereinigung von Mensch und Natur, und das durchaus auch physisch. Das holpert dramaturgisch zwar zu Beginn etwas, entwickelt aber einen Reiz, der nur zum Teil von der Bedrohung durch maro­dierende Zombies lebt. Ein ungewöhn­licher Film, nicht nur für deutsche Verhältnisse.

D 2018, 90 Min., R: Carolina Hellsgård, D: Gro Swantje Kohlhof, Maja Lehrer, Trine Dyrholm, Start: 22.8.; 25.8., 20.30 Uhr, b-ware! Laden Kino, Gärtnerstr. 19: zu Gast: Carolina Hellsgård (Regie) und Olivia Vieweg (Buch)