Balkandrama

Enklave

Ein zehnjähriger Junge möchte ein ganz normales Leben führen

ZITTY-Bewertung: 5/6

Die ersten Fahrten mit dem Panzer waren für den kleinen Nedad (Goran Radovanović) noch ein Abenteuer. Mittlerweile vertieft der Weg in die Schule in dem ungewöhnlichen Gefährt seine Einsamkeit. Der Zehnjährige lebt mit Vater und Großvater in einem Haus in den Bergen des Kosovo. Sie gehören zu den wenigen Christen, die nach der Unabhängigkeit des Landes in dem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Gebiet geblieben sind. UN-Blauhelme garantieren die Sicherheit der Familie in der von Hass zerrissenen Dorfgemeinschaft.

Den Alltag in einer vom Krieg gezeichneten Umgebung schildert der serbische Regisseur Goran Radovanović konsequent aus der Sicht des Jungen. Sehnsüchtig beobachtet Nedad die Nachbarskinder beim Spielen, doch diese lehnen den christlichen Außenseiter ab. Nur der Hirtenjunge Bashkim reagiert auf Nedads schüchterne Annäherungsversuche.

Enklave Foto: Barnsteiner Film

Die Verletzungen des Krieges haben tiefe Spuren in allen Seelen hinterlassen und werden zum Motor eines packenden Dramas um Freundschaft und Familienbande. Eindringlich beleuchtet es die Folgen religiöser und ethnischer Konflikte für den Einzelnen und die Schwierigkeiten, den Kreislauf von Gewalt zu durchbrechen. Das verleiht dem Film, den Serbien für den Oscar vorgeschlagen hatte, Universalität und Aktualität.  

„Enklava“, D/SRB 2015, 92 Min., R: Goran Radovanović , D: Filip Subarić, Nebojsa Glogovać, Anica Dobra

Enklave

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