Familie

Entschleunigt Wohnen & Leben – So wird das Zuhause zur Ruheoase

Welthauptstadt, Touristenmagnet und Party-Zone – Berlin ist einfach eine Stadt, die niemals schläft. Für so manchen hier lebenden Großstädter steigt damit allerdings auch der Stress-Level ganz beträchtlich. Was hilft: Ein echtes Slow-Living-Gegenprogamm im Wohnumfeld, in dem es sich gezielt abschalten lässt.

Es gibt gleich mehrere Studien, die belegen, dass das Leben in einer Großstadt wie Berlin sehr viel häufiger zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen führt, als das auf dem Land der Fall ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. So führen unter anderem das hohe Menschenaufkommen oder auch Lärm und Hektik im Straßenverkehr zu einer Reizüberflutung. Auch wer sich tagtäglich nach einem langen, stressigen Arbeitstag durch das Chaos in U- und S-Bahn kämpfen muss, ist mit einer zusätzlichen nervlichen Belastung konfrontiert. Umso wichtiger ist es, im Privatleben und Wohnbereich für Ruhe und Ausgleich zu sorgen.

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Entrümpeln macht den Kopf frei und spart effektiv Zeit

Ein gut strukturiertes, aufgeräumtes und gleichzeitig reduziert eingerichtetes Zuhause ist geradezu ein Garant für Entspannung nach dem Alltagsstress. Die gesamte Wohnraumoptik wirkt nicht nur ruhiger, es entfallen auch nervenaufreibende Suchaktionen nach Wohnungsschlüssel & Co. Zugleich sinkt der zeitliche Aufwand für Putz- und Aufräumarbeiten und es bleibt mehr Zeit für die Freizeit übrig.

Die Devise lautet daher: Ausmisten. Nie gelesene Bücher, seit Jahren ungetragene Kleidungsstücke oder dauerhaft ungenutzte Küchengeräte fungieren im Haushalt bestenfalls als Staubmagneten. Was nach der Aussortierung dann als festes Inventar bleiben darf, sollte in einem festen Ablagesystem untergebracht sein – zum Beispiel im Schrank oder in Deko-Boxen und -körben für Regale.

Schlafzimmer-Gestaltung: Überflüssiges raus, Verdunkelungsvorhänge rein

Ein ganz zentraler Raum, um sich auszuruhen, ist das Schlafzimmer. Schließlich verbringt ein erwachsener Mensch hier etwa ein Drittel des Tages mit Schlafen. Grund genug, diesem Wohnbereich besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Auch hier ist Ordnung ganz entscheidend, damit der Geist zur Ruhe kommt. Entsprechend haben hier weder Bürounterlagen, Computer, Fernseher noch Handys etwas zu suchen.

Außerdem sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, den Raum zur Nachtzeit komplett vor dem Licht der Straßenbeleuchtung oder Reklameleuchten abzuschirmen. Verdunkelungsvorhänge, die lichtundurchlässig sind, liefern gegenüber halbtransparenten Fensterdekos deutlich bessere Ergebnisse, um maximale Dunkelheit herzustellen.

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So oft es geht: Digital Detox

Die vielfältigen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten via Laptop und Handy bieten auf den ersten Blick angenehme Ablenkung vom Alltagsgeschehen. Für das Gehirn sind sie allerdings nach der Arbeit nichts anderes als fortdauernder Stress.

Wer sich auch noch im Privatleben ständig über die neusten Weltnachrichten oder Posts in sozialen Medien informiert, setzt sein Nervenkostüm schlichtweg einer Dauerbefeuerung aus. Es ist daher empfehlenswert, der Erholung zuliebe auch mal auf die Nutzung von Computergeräten aller Art zu verzichten.

Mit festen Ritualen in den Freizeit-Modus umschalten

Tägliche Rituale nach der Arbeit helfen psychologisch Abstand davon zu gewinnen. Ein kleines Duschbad und der bewusste Wechsel vom Büro-Outfit in bequemere Freizeitkleidung tragen dazu bei, den Alltag im wahrsten Sinne des Wortes abzustreifen. Derartige festgelegte Handlungsabläufe signalisieren Körper und Geist: Jetzt ist wirklich Freizeit und eine gemütliche Auszeit angesagt!

Wohn- und Lebensglücksformel nach skandinavischer Art

Die Skandinavier haben uns in Sachen Lebensführung einiges voraus, denn sie belegen regelmäßig die ersten Plätze in der Liste der glücklichsten Menschen. Das Geheimnis: Leben nach „Hygge-Art“. Dieser nordische Wohnstil ist besonders freundlich eingerichtet. Helle Möbel und sanft gefärbte Wohnaccessoires dominieren die Wohnoptik, angereichert mit Kuscheldecken, Teppichen aus Echt- oder Kunstfell und vielen leuchtenden Kerzen. Hygge bezieht sich jedoch keineswegs nur auf die Inneneinrichtung, es ist zugleich Lebenskonzept. Dieses beinhaltet neben der Entdeckung der Langsamkeit vor allem die regelmäßige Pflege von Geselligkeit – beispielsweise in Form von gemeinsamen Mittagessen mit Freunden, Familie oder Kollegen oder auch vergnügliche Grillabende.

Inemuri – Das japanische Kraft-Nickerchen für zwischendurch

Wer abends noch einem Hobby nachgehen oder sich mit Freunden treffen möchte, sollte zwischen Arbeit und Freizeitgestaltung wenigstens kurz eine Ruhepause einlegen. Das kann der Genuss einer Tasse Kräutertee sein, autogenes Training oder ein kurzes Nickerchen nach japanischem Vorbild, das zwischendurch für Entspannung sorgt. Im Land der aufgehenden Sonne wird dieser kurze Schlaf „Inemuri“ genannt und übrigens gerne auch tagsüber gepflegt, um sich kurz zu erholen. Der Kurzschlaf sollte jedoch immer nur maximal 20 Minuten betragen, da sich sonst eher bleierne Müdigkeit und Abgeschlagenheit einstellt.

Tipps für Homeoffice-Mitarbeiter

So einige Berliner arbeiten mittlerweile von zu Hause aus – die Digitalisierung macht es möglich. Der große Vorteil ist natürlich, dass lange Arbeitswege und die Hektik im Berufsverkehr wegfallen. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass es daheim schwerer ist, von der Arbeit geistig abzuschalten. Idealerweise befindet sich der Büroplatz in einem eigenen Arbeitszimmer.

Wer angesichts explodierender Mietpreise mit kleinerem Wohnraum auskommen muss, sollte den Laptop samt Arbeitsmaterialen nach getanem Werk in einem Schrank wegschließen und außer Sichtweite aufbewahren, um so den Alltag schnellstmöglich hinter sich zu lassen.

Alle Relax-Tipps in der Übersicht:

  • Wohnung gründlich aufräumen, Ordnungssystem einführen
  • Lichtabweisende Verdunkelungsvorhänge im Schlafzimmer anbringen
  • Digitale Auszeiten einlegen, stattdessen lieber geselliges Miteinander
  • Nach der Arbeit Kleidung wechseln und kurz ausruhen oder schlafen
  • Im Homeoffice: Büroinventar nach der Arbeit wegschließen