Frauenrechte

Equality for Women

Plakataktion der Equality-Ini­tia­tive EWVA fragt nach der ­Reprä­senta­tion von Frauen in der Kunst – im Stadtraum und im Ausstellungsort des Deutschen Künstlerbundes

Vielleicht wundern Sie sich ja demnächst, zum Beispiel beim Stadtbummel, über ein Plakat: Es zeigt ein Objekt, geformt wie ein Penis samt Hoden, das in Spitzen-Lingerie steckt. Ein seltsam erotischer, aber auch lustiger Anblick. Denn wie ungewohnt erscheint uns etwas Hartes und Phallisches, wenn es mit Femininität in Beziehung gesetzt wird? Was verrät uns das über unser gendercodiertes Verständnis von Stärke? Und was soll das überhaupt?

©Astrid Stricker
Plakat von Astrid Stricker©

Letztere Frage ist schnell beantwortet: Zum 100. Jubiläum des Frauenwahlrechts hat der Deutsche Künstlerbund die ­Initiative EWVA (Equality for Women in Visual Arts) zu einer künstlerischen Intervention eingeladen. In den Schaufenstern des Deutschen Künstlerbundes und im Stadtraum sind Plakate zu sehen, die sich mit der ­geringen Repräsentation von Frauen in der Bildenden Kunst befassen. Neben Tina Haases Phallus-Abbild hängen dort Plakate mit Motiven von Shila Khatami, Evamaria Schaller und Astrid Stricker: Vier Arbeiten, die sowohl strukturelle Diskriminierung als auch Körperpolitiken und Mythen des Weiblichen thematisieren – manchmal sogar gleichzeitig, wie bei Schaller. Deren Model, anonymisiert durch einen schwarzen Schminkebalken über den ­Augen, wird der Mund von einer beidseitig angebissenen Apfelhälfte verschlossen: Soll Eva halt die Klappe halten, wenn sie schon den ­Apfel wollte.

Bis 30.8.: im Berliner Stadtraum und in den Schaufenstern des Deutschen Künstler­bundes, Markgrafenstr. 67, Kreuzberg

Mehr zum Thema: