Gastro

Essen gehn am Wasser

Berlin hat ja angeblich mehr Brücken als Venedig. Ob Berlin auch mehr Restaurants hat als Venedig haben wir jetzt nicht nachgezählt, sodern nur unsere Favoriten herausgepickt: Berlins kulinarisch beste Nahwasser-Erfahrungen

Ankerklause

Eine Hafenkneipe ohne Hafen. Das ist der Triumph der Vorstellung über die Wirklichkeit und der perfekte Start in eine Kreuzberger oder Neuköllner Nacht. Dazu eine Bulette, Kartoffelsalat und Bier. Und die Gewissheit, dass es auch noch Orte gibt, an denen man ohne Chiasamen-Craft-Beer-Avocado-Hype glücklich werden kann.
Kottbusser Damm 104, Neukölln, www.ankerklause.de


Katerschmaus

Berlin am Meer, das wär’s. Aber mit der ­Terrasse des Katerschmaus, dem Restaurant des Kater Blau, mit Cinemascope-Aussicht auf die Spree, kann man auch schon maritime Gefühle bekommen. Nonchalant inszenierte, aber durchaus ambitionierte Küche aus regionalen Produkten. Unbedingt zu empfehlen ist auch die Backpfeife, die vor rund einem halben Jahr eröffnete handwerkliche Holzmarkt-Bäckerei.
Holzmarktstraße 25, Friedrichshain,  www.fame.katerschmaus.de


Rio Grande

Rio Grande
Das Rio Grande
Foto: philip koschel

Das Wiener Schnitzel hier ist so schön wellig wie die Spree, die hier vor dem Fenster (oder der großen Terrasse) vorbeifließt. Trotz der touristischen Lage vis-a-vis der East Side Gallery eine wirkliche Empfehlung, beispielsweise zum Lunch. Und das erst recht, seit sich Gastgeberin Edith Berlinger wieder mit Küchenchef Tilo Roth zusammentat.
May-Ayim-Ufer 9, Kreuzberg, www.riogrande-berlin.de


Wirtshaus Moorlake

Die meisten Ausflugslokale sind kulinarisch keine Offenbarungen. Die Küche der Moorlake aber ist grundsolide und mit den Aromen vom Familienfest der Kindheit grundiert. Die Aussicht aus dem Biergarten des historischen Forsthauses in Spaziergangentfernung zur Glienicker Brücke ist schon Grund genug für den Wannsee-Ausflug.
Moorlakeweg 6, Zehlendorf, www.moorlake.de


Restaurantschiff Capt’n Schillow

Der hübsche Kutter auf dem Landwehrkanal ist die erste Adresse, wenn man einen guten Labskaus will – oder nautischen Gefühlen nachhängen mag. Eines der wenigen wirklich empfehlenswerten Restaurantschiffe Berlins. Aber dieser eventgastronomische Trend ist ja ohnehin in die Jahre gekommen.
Straße des 17. Juni 113, Charlottenburg,  www.capt-schillow.de


Milchbar im Funkhaus

Das Team des Schneeweiß in Friedrichshain betreibt seit knapp zwei Jahren die Milchbar im Funkhaus Nalepastraße. Innen ostal­gisch, draußen spreeuferschön. Und dazu ein perfektes Wiener Schnitzel zum unschlagbar fairen Preis. Zumindest unter der Woche, wenn diese Milchbar vor allem Kantine für kulturschaffende Funkhäusler ist.
Nalepastraße 18, Schöneweide, facebook.com/milchbarimfunkhaus


Söhnel Werft

Übergangsweise hatte sogar mal Sternekoch Stefan Hartmann an der Mündung des Teltowkanals gekocht. Zwar wurden derlei ausufernde Ambitionen inzwischen ad acta gelegt, unter den Ausflugslokalen im Südwesten ist die Söhnel Werft mit Biergarten und Restaurant aber noch immer eine der wirklich guten Adressen. Im separaten Café werden selbstgebackene Torten angeboten.
Neue Kreisstraße 50, Zehlendorf,  www.soehnelwerft.com


Hafenküche

Die Hafenküche gehört zu den noch allzu wenigen erfreulichen kulinarischen Neueröffnungen zwischen Ostkreuz und Oberschöneweide. Fish’n’Chips passen wunderbar zu dieser Location vis-a-vis der Halbinsel Stralau. Der Mittagstisch ist – zumal im Preis-Leistungs-Verhältnis – empfehlenswert. Bei schönem Wetter wird der kleine Biergarten begrillt. Zudem können Picknickkörbe gemietet werden. Und Boote.
Zur Flußbadeanstalt 5, Lichtenberg, www.hafenkueche.de


Schmetterlingshorst

Eines der ältesten und größten Ausfluglokale Berlins. Nach langem Leerstand wird das Schmetterlingshorst am Dahmeufer, unterhalb der Müggelberge, inzwischen vom Bezirkssportbund Treptow-Köpenick bewirtschaftet. Es gibt preisgünstig Erbsensuppe, Bier, Kaffee und hausgebackene Kuchen. Ein Kleinod mit rustikalem Charme.
Zum Schmetterlingshorst 2, Köpenick, www.schmetterlingshorst.de


Rummelsbucht

Es gibt sie noch, die selbstorganisierten Nischen in der Stadt. Diese hier liegt sogar am Paul-und-Paula-Ufer. Hier kann man schön am Ufer sitzen, Hausbötchen gucken und Bier zur überraschend guten Pizza trinken. Außerdem hat diese DIY-Bretterbuden-Architektur irgendwie Street-Credibility.
Hauptstraße 1, Lichtenberg, www.rummels-welt.de


Strandbar Mitte

Wenn es denn unbedingt eine Strandbar in Mitte sein muss, dann diese. Wegen des traumhaften Blicks auf die Museumsinsel. Wegen der wirklich guten neopolitanischen Kuppelofen-Pizza. Und auf der Wiese dürfte man sogar legal grillen. Ach ja, man könnte auch noch wunderbar tanzen, montags Swing, dienstags Walzer …
Monbijoustr. 3b, Mitte, www.monbijou-theater.de

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