Musik

Etienne Daho

Der längst legendäre Popstar beweist, dass es schon immer coolen Pop aus Frankreich gab

Pop aus Frankreich galt bis in die späten 90er-Jahre, als zum einen französische Elektronik die Dancefloors aufmischte, andererseits der Chanson neu interpretiert wurde, als eher trutschige Angelegenheit. Étienne Daho, Sänger und Elder Statesman des French Pop, ist der wandelnde Gegenbeweis – und das Beispiel dafür, dass es lange vor Charlotte Gainsbourgh oder Christine and The Queens eine coole Fusion von Chanson und Pop gab.
Als Daho seine spätere Wahlheimat London zum ersten Mal besuchte, war er zehn Jahre alt. Die Klänge, die ihm dort begegneten, beeindruckten ihn schon damals.
Zum Musikmachen kam der in Algerien geborene Sänger mit der Hauch-Stimme aber erst zehn Jahre später und eher zufällig. Er organisierte an der Uni ein
Rockkonzert, die gastierenden Musiker ermutigten ihn, eigenes Material aufzunehmen. Sein Debüt erschien dann 1981.
Daho suchte seine Inspiration fortan in unterschiedlichsten Richtungen: bei Schlagerikone Francoise Hardy ebenso wie im New Wave, im Artrock und bei den Rock-Minimalisten von Velvet Underground, beim Motown-Sound und elektronischen Beats. Der Kulturaustausch funktioniert in seinem Fall übrigens in
beide Richtungen. „He‘s on the Phone“, der größte Hit der englischen Popnostalgiker von Saint Etienne, ist eine Neubearbeitung von Dahos Song „Weekend in
Rome“

 

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