Kino

Euphoria

Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher kaum sein: Ines, die solide im Leben stehende Jüngere, hat in New York als Künstlerin Karriere gemacht, während die Ältere, Emilie, sich um die ­schwierige Mutter gekümmert hat. Die Reise, zu der Emilie Ines eingeladen hat, führt sie irgend­wo in Europa zu einem versteckten, schlossähnlichen Anwesen mit seltsamen Bewohnern. An dieser Stelle muss, ohne groß zu spoilern, erwähnt werden, dass Emilie sich diesen Ort zum Sterben ausgesucht hat. Einen idyllischen Flecken Erde, an dem Ines sie durch die letzten ihr verbleibenden Tage begleiten soll.

Euphoria
Foto: Jürgen Olczyk_ Airofue

In ihrem dritten Spielfilm bleibt die schwedische Regisseurin Lisa Langseth meist dicht an ihren Protagonistinnen. Vor dem erlesenen Ambiente einer Luxusklinik spielt sich Banales wie Erhabenes ab, und schnell geht es zwischen den Schwestern auch um die Versäumnisse der Vergangenheit, um Enttäuschungen und Verletzungen. Und – im Angesicht des Todes – um letzte Dinge: Schönheit, Vergänglichkeit, Sex, Liebe, und ja, selbstbestimmtes Sterben.

Die „Variety“ ätzt, der Film sei „wie eine verworfene Idee aus Yorgos Lanthimos’ Mülleimer“ – andersherum wird ein Schuh draus: So könnte ein Lanthimos-Film ohne prätentiösen Kunstschwurbel aussehen – auch dank des Spiels von Eva Green und Alicia Vikander. 

S/GB/D 2017, 104 Min., R: Lisa Langseth, D: Alica Vikander, Eva Green, Charlotte Rampling, Charles Dance

https://www.zitty.de/event/kino/euphoria-2018/