Bühne/Schauspiel

Theatertreffen: Oratorium – Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis

Theatertreffen: Oratorium – Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis
Oratorium | Fotograf/Fotografin Benjamin Krieg | general_use

Das postdramatische Theaterkollektiv She She Pop entlehnt die Technik des Brecht’schen Lehrstücks, um sich damit dem Thema Privateigentum und Wohnen zum widmen. Der kurzweilig-intelligente Abend bindet gleich zu Beginn das Publikum ein, das anfangs als Chor agiert, um dann immer weiter aufgespalten zu werden, beispielsweise in die „Mütter ohne Absicherung“ und die „Erb*innen“. Am Ende steht die Erkenntnis, dass Solidarität nicht über Öffentlichkeit verhandelt werden kann und Verantwortung nur Individuen übernehmen, die sich als Teil eines Systems begreifen. Das wird solange chorisch wiederholt, bis es sich tief ins Gedächtnis einschreibt. – Der Abend ist im Rahmen des diesjährigen Theatertreffens zu sehen.

Eigentum verändert das Bewusstsein. Es trennt Freund*innen, es erteilt Macht über andere, es schließt aus. Eigentum ist selbstverständlich. Und man spricht nicht darüber. Nichts ist so konstituierend für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben, nichts wirkt so trennend auf die Gemeinschaft wie das Eigentum. She She Pop möchten mit “Oratorium” das Geheimnis des Eigentums lüften, ein Schlaglicht werfen auf den Zusammenhang von bürgerlicher Öffentlichkeit, Eigentum und demokratischer Ermächtigung. 

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