Musik/Klassik

Ensemble Resonanz, Birgit Minichmayr (Lesung), Ltg. Riccardo Minasi

Ensemble Resonanz, Birgit Minichmayr (Lesung), Ltg. Riccardo Minasi
Ensemble Resonanz | Tobias Schult

Einem breiten Publikum wurde Wolfgang Herrndorf durch das Jugendbuch „Tschick“ bekannt. 2010 erhielt der Berliner Autor die Diagnose, an einem Gehirntumor erkrankt zu sein. In dem Blog „Arbeit und Struktur“ notierte er den Krankheitsverlauf, skizzierte Projektideen und befand sich in einem permanenten Wechselspiel zwischen Ironie und Todesangst. Drei Jahre später, nachdem deutlich geworden war, dass es keine Hoffnung auf Heilung gibt, setzte Herrndorf seinem Leben ein Ende. Das Ensemble Resonanz spielt unter Leitung von Riccardo Minasi Joseph Haydns „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. Birgit Minichmayr (Foto) liest dazu Texte aus dem Blog.

„Immer die gleichen drei Dinge, die mir den Stecker ziehen: die Freundlichkeit der Welt, die Schönheit der Natur, kleine Kinder.“ (Wolfgang Herrndorf)

„Gib mir ein Jahr, Herrgott, an den ich nicht glaube, und ich werde fertig mit allem.“ In seinem Blog „Arbeit und Struktur“ legt der Autor Wolfgang Herrndorf, der sich 2013 in Folge einer schweren Erkrankung das Leben nahm, Zeugnis einer radikalen Schaffenskraft ab – zwischen Irrsinn und Normalität, Freundschaft, Isolation und dem Leuchten des Lebens und der Welt. Mit Birgit Minichmayr als Sprecherin treffen Auszüge seines Werks auf Passionsmusik von Joseph Haydn: „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“.

Mit seiner außergewöhnlichen Spielfreude und künstlerischen Qualität zählt das Ensemble Resonanz zu den führenden Kammerorchestern weltweit. Die Programmideen der Musiker*innen setzen alte und neue Musik in lebendige Zusammenhänge und sorgen für Resonanz zwischen den Werken, dem Publikum und Geschichten, die rund um die Programme entstehen. Das 18-köpfige Streichorchester ist demokratisch organisiert und arbeitet ohne feste Musikalische Leitung. Seit Sommer 2018 ist mit dem Geiger und Dirigenten Riccardo Minasi ein langjähriger Freund des Ensembles Artist in Residence. In Hamburg bespielt das Ensemble Resonanz mit der Elbphilharmonie und dem resonanzraum St. Pauli zwei besondere und unterschiedliche Spielorte. Im Rahmen seiner Residenz an der Elbphilharmonie gestaltet das Ensemble die Programmatik des neuen Konzerthauses entscheidend mit und setzt Akzente für eine lebendige Präsentation klassischer und zeitgenössischer Musik. Der resonanzraum, die Heimat des Ensemble Resonanz, wurde 2017 für sein innovatives Programm zum Hamburger Musikclub des Jahres gewählt, zudem erhielt er verschiedene Architekturpreise wie den AIT-Award oder den Publikumspreis des BDA. Die Reihe URBAN STRING wurde 2016 mit dem Innovation Award der Classical Next ausgezeichnet. Ausgehend von Hamburg gastieren die Musiker*innen auf diversen Festivals und an den führenden Konzerthäusern weltweit und lassen von Wien, Luxemburg und Amsterdam bis Tokio, Tallinn und St. Petersburg ein begeistertes Publikum zurück.

Birgit Minichmayr, geboren 1977 in Österreich, wurde bereits während ihrer Ausbildung am Max Reinhardt-Seminar am Burgtheater in Wien engagiert, wo sie 1999 debütierte. 2014 war sie in Frank Castorfs „Gier nach Gold“ auf den Ruhrfestspielen in Recklinghausen zu sehen, einer Co-Produktion mit der Volksbühne Berlin, zu der Minichmayr seit 2004 als festes Ensemblemitglied gehörte. Neben ihrer Theaterkarriere ist Minichmayr auch auf der Kinoleinwand erfolgreich. 2000 gab sie in „Abschied – Brechts letzter Sommer“ ihr Kinodebüt. Zu weiteren Filmen mit Birgit Minichmayr zählen Tom Tykwers „Das Parfum“, Doris Dörries „Kirschblüten – Hanami“ und Michael Hanekes „Das weiße Band“. Birgit Minichmayr war von 2007 bis 2011 festes Ensemblemitglied am Burgtheater in Wien und zählte von 2011 bis 2013 zum festen Ensemble des Residenztheaters München. Seit 2014 arbeitet sie frei an renommierten Bühnen in Wien, München, Berlin und Hamburg, u.a. unter der Regie von Klaus Maria Brandauer, René Pollesch und Stephan Kimmig. Minichmayr erhielt im Zeitraum 2000 bis 2012 vier Mal den Nestroy Theaterpreis, 2009 wurde sie außerdem mit dem silbernen Bären der Berlinale für ihre Rolle in Maren Ades „Alle Anderen“ geehrt und war Schauspielerin des Jahres. Zuletzt wurde sie 2013 mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet.

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