Musik/Konzert

Vergessene Arbeitskämpfe – ein Punk-Abend mit Die Bullen & Lost Culture

Vergessene Arbeitskämpfe – ein Punk-Abend mit Die Bullen & Lost Culture
Volksbühne Berlin | general_use

Informationen des Veranstalters

Einlass 21:00, Beginn 22:00

Der Punk muss zurück an die Volksbühne und Kämpfe von Arbeiterinnen und Arbeitern müssen zurück an ein Arbeitertheater. In den letzten Jahren sind zahlreiche Orte in Berlins Mitte verschwunden, an denen Punkbands auftreten können. Wir wollen dem mit unserer Konzertreihe etwas entgegenstellen und Neues etablieren. Wir sind fünf Bühnenarbeiter der Volksbühne, unterstützt von vielen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Hauses. Ab Februar wird im Roten Salon alle zwei Monate ein Punkkonzert (2 Bands, 1 DJ) von uns veranstaltet.

Das Besondere: Im Zuge jedes Konzertes wird einem Arbeitskampf gedacht. Die Kämpfe liegen sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Viele Arbeitskämpfe sind in Vergessenheit geraten. Wir wollen an die Geschichten, die Wut und den Mut der Kolleginnen und Kollegen erinnern. Vor allem wollen wir die Geschichten überhaupt erst mal erzählen. Wir konnten dafür die Schriftstellerin Anna Tüne für uns gewinnen. Sie berät uns und arbeitet die Texte zu den von uns gewählten Arbeitskämpfen aus.

Bands: Die Bullen & Lost Culture

Arbeitskampf: La Canadiense (Katalonien, 1919)

Kontakt: [email protected]

Verantwortliche: Mattias Kåks, Leander Hagen, Paul Flagmeier, Jan Krüger, Frank Meißner

Dramaturgie: Sabine Zielke

[large]Die Bullen

„Konformismus ist Muss! Bewegt den Arsch im Rhythmus!“

Dies ist ein Aufruf zur Party! Und Die Bullen sind die Band. Songs als Eigenlob der Polizei. Punk, Elektro, Hardcore, Rap, Schmuseballaden, Hardrock und alles was sich zum Anbiedern anbietet. Die autoritäre Message gräbt sich wie ein gehorsamer Partywurm in eure Ohren und legt dort dann in euren Gehirnen Eier. Willige Klatscher werden schlüpfen. Die Fans sind paralysiert. Die Bullen bringen euren Protest zum Schweigen und eure Hüften zum Kreisen! Awesome! Zugriff!

„Jemand wird Bulle sein“

Dies ist eine Info! Gegründet 2013 von Dr. Joyboy Law (Gitarre, Synthesizer), Robokock (Schlagzeug), Inspektor Ufo (Bass) und Andy Schlüter (Gesang). Seit der Veröffentlichung ihres ersten Album „Die Bullen komm’ hier komm’ die Bullen“ auf Gunner Records haben sie ca. 130 Konzerte im In- und Ausland gespielt. Im Jahr darauf erschien eine Split-7’’ zusammen mit „Misses next match“ und „Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen“.

„Sicherheit, Sicherheit über alles!“

Dies ist der neue Schweineherbst! Deutschland 2019. Was 2013 als dummer Punkerwitz begann, wurde seitdem zum ätzenden Ernst. Polizeigewalt, Repressionen, Abschiebungen, die neuen Polizeiaufgabengesetze, racial profiling, Korpsgeist, zwielichtige Verfassungsschutzbehörden, rechte Tendenzen und Netzwerke innerhalb der Polizei, Überwachung, Räumungen etc. pp.

„Das geht raus an alle Hater! Polizist ist ein Beruf für Täter!“

Das ist eine Warnung! Die Bullen treten in Polizeiuniform auf und verhalten sich wie Arschlöcher. Die Bullen wollen keine Betroffenen von Polizeigewalt verunglimpfen, sie wollen sich selbst verunglimpfen. Das Auftreten ist z.T. grenzwertig und nicht für jeden Menschen zu empfehlen. Wer kein Blut sehen kann, sollte auch nicht zum Gwar-Konzert gehen. Die Bullen sind nicht Deine Freunde. Die Bullen sind nicht witzig und auch nicht cool oder Deine Buddies. Die Bullen sind Vollstrecker. Die Bullen sind Befehlsbefolger. Die Bullen sind die Gewalt. Die Bullen pull the trigger. Beware of the Cop!

www.gunnerrecords.com

diebullen.bandcamp.com

[logo bullen 500]

[large]Lost Culture

Die Band Lost Culture gibt es seit Ende 2012. Gegründet in der Erstbesetzung von Horst (Git), Jojo (Git), Jan (Bass) und Chris (Drums) waren sie zu viert und es entstand das erste Album „Subculture“. In dieser Zeit spielten sie viele Konzerte in und um Berlin. 2014 startete Lost Culture ihre „Apokalypse Tour“ von London über Utrecht, Groningen, über Niedersachsen, Berlin und Erfurt. Die Besetzung am Schlagzeug wechselte im Laufe der Zeit zweimal. Von 2014 bis 2018 massierte Mirco (Trevor) die Trommelfelle. 2016 rundete Karina am Gesang die Bandkonstellation ab. Es kam zu vielen Konzerten in und um den deutschsprachigen Raum. 2018 nahm Schmö die Sticks in die Hand. Seit der Gründung prägt die Band ein progressiver Musikstil zwischen Punkrock, Hardcore, Metal, Ska, gewürzt mit Funk und Blueselementen. In ihren Texten behandeln sie, angefangen bei sozialpolitischen Themen, über die Zerstörung unserer Umwelt durch Gier und Kapitalismus, Ungleichheit der Menschheit (durch Herkunft und Aussehen), Herrschaftssysteme, Faschismus, Patriotismus.

[Facebook](https://www.facebook.com/Lost-Culture-290277914473616/)

https://lostculture78.bandcamp.com/

[logo lost 500]

[large]La Canadiense

Als in Barcelona das Licht ausging

Was im Februar 1919 als Solidaritätsstreik bei einem Energieunternehmen, genannt „La Canadiense“, in Barcelona begann, sollte sich schnell zu einem Generalstreik in ganz Katalonien ausweiten und letztlich zu einem der größten Erfolge der spanischen Arbeiterbewegung werden. Am 5. Februar trat die Buchhaltung des Stromversorgers in einen Streik. Hintergrund war die Entlassung von acht Gewerkschaftern, die gegen Lohnkürzungen protestiert hatten. Das Management reagierte unnachgiebig und ließ die Streikenden von der Polizei räumen. Dieser Konflikt traf auf eine ohnehin unzufriedene Arbeiterschaft, die in den Kriegsjahren bluten musste, während die Unternehmen satte Profite einfuhren. Und er traf auf eine erstarkte CNT, die insbesondere in Barcelona starken Zulauf nach dem Krieg erlebte und zur stärksten gewerkschaftlichen Kraft in Spanien wurde. Kurz zuvor hatte die CNT ihre Struktur von Berufs- auf Branchenverbänden umgestellt, was zudem ein Grund dafür war, dass sich die Solidarität mit den Streikenden von „La Canadiense“ schnell ausweitete. Innerhalb weniger Tage breitete sich der Streik auf andere Abteilungen und dann auf die gesamte Branche aus. Andere Industrien solidarisierten sich. Zu Höchstzeiten lagen 70% der katalanischen Wirtschaft lahm. Die Regierung versuchte den Streik mit einem Erlass zu brechen, der alle Streikenden zum Militär einberief – unter Androhung mehrjähriger Haftstrafen. Die Zeitungen, die ebenfalls gewerkschaftlich organisiert waren, verweigerten den Abdruck des Dekrets, die große Mehrheit der Streikenden folgte ihm nicht und mehrere tausend von ihnen wurden festgesetzt. Am 14. März erließ die Regierung den Ausnahmezustand, um eine Ausweitung des Streiks auf ganz Spanien zu verhindern. Gleichzeitig ging sie aber auf Verhandlungen ein und gab den Forderungen nach. Eine Versammlung von 20.000 Streikenden beschloss schließlich die Wiederaufnahme der Arbeit am 20. März. Nach 44 Tagen Streik gelang neben Lohnerhöhungen, der Entlassung von tausenden Inhaftierten und der Anerkennung der Gewerkschaft vor allem die erstmalige Durchsetzung des 8-Stunden-Tages in Europa – ein Dekret, das bis heute Bestand hat. Der Konflikt läutete aber auch eine Phase verschärfter Klassenkämpfe in Spanien ein, die letztlich in der Sozialen Revolution von 1936 mündeten. Bereits wenige Tage nach Wiederaufnahme der Arbeit rief die CNT erneut zu einem dreiwöchigen Generalstreik auf, um fünf in Haft verbliebene Genossen freizupressen. Dieser blieb erfolglos, ebenso wie der Versuch der Unternehmen im Dezember 1919, die Arbeiter durch mehrmonatige Aussperrungen dazu zu zwingen, ihre CNT-Ausweise abzugeben. (Hansi Oostinga)

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