Ausstellung/Museen

Neuköllner Kriegskinder

Neuköllner Kriegskinder
v.l.o.n.r.u. Ingrid Hannemann, Peter Werth, Hildegard Wenzel, Wolfgang Lenk, Stanislaw Karol Kubicki †, Georg Weise, Margot Sharma, Günter Warnecke | © Stefan Krauss

Informationen des Veranstalters

In der Videoinstallation berichten Zeitzeug*innen von ihrer Berliner Kindheit am Ende des Zweiten Weltkriegs in Neukölln. Sie entstand als Projekt der Medienkünstlerin Ina Rommee in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Stefan Krauss über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Den Interviewpartner*innen wird die Gelegenheit gegeben, ihre ganz persönlichen Erinnerungen zu teilen. Im Alter zwischen vier und siebzehn Jahren erlebten sie die Schrecken der letzten Kriegsjahre und stehen stellvertretend für eine ganze Generation junger Menschen in Deutschland. Ihre Erzählungen reichen von ganz bewussten Erinnerungen und detaillierten Beschreibungen bis hin zu subjektiven Empfindungen, die sie mit Kriegserlebnissen in Verbindung bringen. Diese sind teilweise sehr emotional, manchmal auch erschreckend nüchtern. Durch die eindringlichen Beschreibungen des erlebten Leidens entsteht ein empathisches Verständnis für andere in Not geratene Menschen.

Die Besucher*innen der Videoinstallation werden beim Betreten des Raumes in Bezug zu einer virtuell stattfindenden Konferenz gebracht. Acht im Halbkreis montierte Bildschirme vermitteln den Eindruck eines runden Tisches. Da sich die Bildschirme auf Augenhöhe befinden, entsteht eine unmittelbare räumliche Präsenz, die eine visuelle Nähe zu den Interviewpartner*innen erzeugt. In der Mehrkanal-Videoinstallation werden die einzelnen Sequenzen der Erzählenden zu einer verwobenen Narration zusammengefügt. Sie wird zu einer „dichten Erzählung“ (Clifford Geertz), die einer besonders tiefen Vermittlung der Inhalte dient. Der Videoinstallation „Neuköllner Kriegskinder“ gelingt es, ein zentrales Thema der deutschen Erinnerungskultur in künstlerisch anspruchsvoller Weise zu präsentieren. Sie öffnet auf sensible Art und Weise den Zugang zu einem weithin verdrängten Kapitel der deutschen Geschichte.

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