Tagestipp

Rigoletto

Rigoletto
Brinkhoff/Mögenburg | general_use

ormalerweise inszeniert Barlett Sher in New York. Dort könnten die visuellen George-Grosz-Zitate, die Michael Yeargan als Bühnenbildner zauberte, als europäisches Gimmick goutiert werden. Bleibt jedoch die Frage, warum Sher die 1851 uraufgeführte Verdi-Oper nicht konsequenter modernisierte. Sei’s drum – hierbei handelt es sich musikalisch um einen echten Klassiker, der offensichtlich sogar dem sonst so selbstkritischen Verdi gefiel, denn als eines seiner wenigen Werke hat er „Rigoletto“ nie einer Überarbeitung unterzogen.

Als Victor Hugo 1832 in Paris sein Stück „Le roi s’amuse“ zum ersten Mal auf die Bühne brachte, endete die Aufführung mit dem sofortigen Verbot des Stücks. Als sich Giuseppe Verdi anschickte, das Stück des revolutionär gesinnten französischen Schriftstellers zu vertonen, stieß auch er noch knapp 20 Jahre später auf den Widerstand der Zensurbehörden. Zwar musste er sein Melodramma in „Rigoletto“ umtaufen und den Schauplatz an den Hof eines fiktiven Herzogs von Mantua verlegen, doch ließ er die Handlung und ihre Krassheit unangetastet: Rigoletto stiftet den zügellosen Herzog zu ständigen Ver- und Entführungen schöner Frauen an und hat für deren Familien bloß Spott übrig. Vom verzweifelten Vater einer der Entehrten wird er dafür vor dem gesamten Hof verflucht. Seine Tochter Gilda hält Rigoletto jedoch vor dem schamlosen Treiben verborgen. Trotzdem hat der Herzog bereits ein Auge auf sie geworfen.  

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