Tagestipp

Gog / Magog 3: Israel

Gog Magog | Nils Broeer

Die Reihe des Ensembles internil setzt sich mit internationalen Kriegsschauplätzen und Krisenregionen auseinander. „Israel“ heißt der dritte von vier Abenden. Darin werden propagandistische Thesen, skeptisch stimmende Halbwahrheiten und dezidierte Fake-News um das „Heilige Land“ miteinander verwoben und die Frage gestellt, wer die politische Deutungshoheit besitzt. In Erinnerung geblieben ist in diesem Zusammenhang beispielsweise Günter Grass aggressives Pamphlet „Was gesagt werden muss“ (2012), dass moralischen Anspruch und antisemitische Vorurteile auf unsägliche Weise miteinander verwebt.

Die Performancegruppe teilt den Raum des Theaterdiscounters in zwei scharf getrennte Zonen und lädt das Publikum ein, den Erzählungen in erzwungener Parteilichkeit zu folgen. Fünf Künstler*innen beschwören mit jeweils eigenen Mitteln Versionen verfeindeter Geschichten herauf. Hintergrund ist der religiöse Mythos von Gog und Magog und vom Ende der Zeit, der hier aus jüdischer Perspektive in den Blick genommen wird.

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