Tagestipp

ist die welt auch noch so schön

ist die welt auch noch so schön
Matthias Heyde | general_use

Dass Herr K. lange nicht mehr gesehen wurde, fiel kaum einem der Nachbarn auf. Auf die Idee, mal bei ihm zu klingeln, um zu fragen, wie es ihm geht, kam niemand. Nun ist er tot. Wochenlang lag der verwesende Leichnam in der Wohnung. Plötzlich fällt seinem Umfeld auf, dass es nichts über den Nachbarn wusste. Nicht einmal dessen Vornamen. Juliane Stadelmann (Text) und Ulrike Schwab (Regie) zeichnen für die „Einsamkeitsstudie“ verantwortlich, in der die Musik aus Paul Linckes Operettenklassiker „Frau Luna“ erklingt.

Herr K. ist gestorben. Keiner hat es mitbekommen. Wochenlang lag er tot in seiner Wohnung. Niemand nahm Notiz davon, niemand der ihn vermisst hätte. Bis der Gestank der Verwesung durch die Flure zog. Keiner der Nachbarn kannte seinen Vornamen. Niemand wusste mehr von ihm, als was das flüchtige Grüßen im Vorübergehen über einen Menschen erzählt. Das und die Musik, die er hörte. Recht laut – wohl wegen der schon taub gewordenen Ohren. Operettenmusik. Nach dem unbemerkten Tod des Alten geistert sie durch die Flure des Mietshauses, die Köpfe seiner Bewohner und löst Fragen aus.

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