Drama

Live By Night (2017)

Im Boston der "wilden Zwanziger", dem Zeitalter der Prohibition und der von Gangstern betriebenen Flüsterkneipen, hat Joe Coughlin eine wichtige Regel gebrochen: Er betrügt einen mächtigen Gangsterboss und stiehlt dessen Braut.

„Was man in die Welt hinausträgt, kommt stets zu einem zurück – aber nie so, wie man es voraussagt.“ Es ist nicht Joe Coughlins Art, diesen väterlichen Rat ernst zu nehmen. Joe hat im Ersten Weltkrieg mitgekämpft und sich seitdem zum selbst ernannten Anti-Establishment-Rebell entwickelt – obwohl er der Sohn des Boston Police Deputy Superintendent ist. Was nicht heißen soll, dass Joe ein unverbesserlicher Schurke ist: Tatsächlich erweist er sich als gar nicht schurkisch genug für den Lebensweg, den er eingeschlagen hat. Im Gegensatz zu den richtigen Gangstern, mit denen er nichts zu tun haben will, hat er sich seinen Gerechtigkeitssinn und ein offenes Herz bewahrt. Und beides wirkt sich für ihn eher negativ aus, denn immer wird deutlich, wie angreifbar er ist – ob geschäftlich oder in der Liebe. Getrieben wird Joe von dem Drang, das Unrecht auszumerzen, das ihm und seinen Lieben zugefügt worden ist. Nur deshalb riskiert er, sich gegen sein Elternhaus und seine eigene ethische Grundtendenz zu wenden. Mit seinen skrupellosen Kumpanen verlässt er das winterlich kalte Boston, um Tampa aufzumischen. Es mag ja sein, dass Rache süßer ist als der Sirup, mit dem Joe den von ihm geschmuggelten Rum versetzt. Doch eines Tages wird er die Rechnung dafür zahlen müssen.

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