Kunst

Max Roesler

Max Roesler
Ausstellungsplakat | Foto und Gestaltung: Heinz-J. Theis

In Zusammenarbeit mit dem „Roeslerforscher“ Rolf Hinderk Peters präsentieren wir bis 1. Juni 2020 einen Überblick der Produktion der von dem ehemaligen Direktor der Wächtersbacher Steingutfabrik im Jahre 1894 in Rodach bei Coburg gegründeten Keramischen Fabrik. Der florale Jugendstil ist ebenso vertreten, wie Entwürfe, die an die Künstler der Darmstädter Mathildenhöhe und die Wiener Secession erinnern.

Nach dem 1. Weltkrieg finden wir Entwürfe des Art Deco und dann zum Ende der 1920er-Jahre das Spritzdekor als neue abstrakt expressive Dekorationstechnik. In Rodach, aber vor allem auch in der Abteilung Darmstadt entstehen zudem moderne, den Einfluss des Bauhauses zeigende Gefäße, Leuchter und Vasen sowie Figuren, entworfen von jungen aufstrebenden Künstlern und Künstlerinnen.Während der Hausmodelleur Alfred Liebmann für florale Entwürfe verantwortlich zeichnet, entstehen unter der Federführung des in Berlin lebenden rumänischen Künstlerischen Beirates Adolf Behrmann neue Formen und Serien, die in Richtung des geometrischen funktionalen Jugendstils verweisen. 1914 werden sowohl Adolf Behrmann als auch die Feinsteingutfabrik Max Roesler Mitglied des Deutschen Werkbundes. Zu Beginn der 1920er-Jahre, die Feinsteingutfabrik gehört inzwischen zum Keramischen Konzern rund um die Älteste Volksstedter Porzellanfabrik, übernimmt der Architekt und Behrens-Schüler F. Gustav Partz die künstlerische Leitung und steht für interessante Durchbruchserien, neue Service und farbige Fonddekore. 1924 wird die ehemalige Großherzogliche Keramische Manufaktur in Darmstadt als Zweigwerk übernommen und ab 1929 entwickeln Walter Puritz und der Arthur Hennig Schüler Wolfgang Kreidl hier eine Abteilung mit einer Figurenkollektion und eigenständigen Form- und Dekorentwürfen sehr moderner Handschrift, es entstehen hier und in Rodach auch neue konstruktive Entwürfe von Adolf Behrmann. Junge Künstler und Künstlerinnen aus Darmstadt und Frankfurt, wie Well Habicht, Ali Bonte-Lichtenstein, Bruno Schäfer und Carl Fischer sowie damals 18 und 19-jährige Schüler der Keramischen Fachschule in Lichte zeichnen für Kinder- und Tierfiguren, Jazzmusiker, Sportler und Motorradfahrer in Feinsteingut verantwortlich.

Vasen und Schalen, Ess- und Kaffeeservice, Entwürfe für den gedeckten Tisch und die moderne Vorratshaltung in der Küche, Figuren und Kinderservice, die Ausstellung dokumentiert die Produktionsvielfalt der Feinsteingutfabrik Max Roesler, die 1937 arisiert und 1942 im Handelsregister gelöscht wurde. Ihre Erzeugnisse haben überlebt und zeigen einen interessanten Ausschnitt der Geschichte der Keramischen Industrie in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg. Die Exponate stammen zum größten Teil aus der exquisiten Sammlung von Rolf Hinderk Peters und werden durch Leihgaben aus Rodach, Köln und Freital ergänzt.

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