Kino

Exodus – Der weite Weg

Zu Abertausenden verlassen die Menschen ihre durch Gewalt und Naturkatas­trophen geprägte Umgebung. Doch mit der Ankunft auf vermeintlich sicherem Territorium beginnt erst der eigentliche Kampf: gegen die Mühlen der Bürokratie, für Freiheit, Anerkennung und Teilhabe an der Gesellschaft.

Exodus
Geflüchtete erfahren auch Solidarität
Foto: Real Fiction

Bei den Dreharbeiten zu seinem Dokumentarfilm spielten Landesgrenzen für den deutsch-brasilianischen Regisseur Hank Levine keine Rolle. Über gut zwei Jahre beobachtete er Menschen auf vier Kontinenten und ihre Flucht­erfahrung. Da ist zum Beispiel Bruno aus Togo. Er ist schon lange in Deutschland. Zuerst war er in einem Flüchtlingsheim in Mecklenburg-Vorpommern untergebracht, heute unterstützt er andere Flüchtlinge. Sie alle beklagen scheinbar unüberwindbare Hürden, die sie an der sinnhaften Ausgestaltung ihres Alltags im gelobten Land hindern. Bei Bruno hat es neun „gestohlene“ Jahre gedauert.

Oder Napuli aus dem Südsudan, deren fast fünftägige Baumbesetzung vor vier Jahren den Höhepunkt der Flüchtlingsproteste am Oranienplatz markierte. ­Napuli ist laut, Napuli ist bereit zu kämpfen. Schon kurze Zeit nach ihrer Ankunft in Berlin lernte sie den Jurastudenten Max kennen. Heute sind die beiden verheiratet, Napulis Status damit geklärt. Trotzdem wird sie nicht müde, aufzustehen gegen Inhumanität, Vorverurteilungen und Chancen­ungleichheit. Ein wuchtiges filmisches Statement. 

D/BRA 2017, 105 Min., R: Hank Levine

https://www.zitty.de/event/kino/exodus-der-weite-weg/

Facebook Kommentare

[fbcomments]