Spätwestern

Feinde – Hostiles

„Hostiles“ verhandelt das, wovon sein ­Titel spricht: Der Mensch ist des Menschen Wolf. Die Natur ist schön, aber gleichgültig. Weiße gegen Rote, Soldaten gegen Indianer, Rancher gegen Soldaten, Komantschen gegen Siedler, Cheyenne gegen Komantschen – alle gegen alle.

Dabei ist 1892 der „Wilde Westen“ so gut wie gezähmt. Nur widerwillig nimmt Captain Blocker, Veteran der Indianerkriege, den Befehl an, einen seiner alten Feinde, den Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk, nach Montana zu bringen, damit der todkranke Mann im Land seiner Väter sterben kann.

Feinde
Foto: Universum

Unterwegs nehmen Blocker und ­seine Leute die Siedlerin Rosalie mit, ­deren Familie bei einem Überfall der Cheyenne auf ihre Farm ermordet wurde.
Auf dem langen Ritt, der auch eine ­Reise in die eigene Finsternis ist, muss sich die Truppe Überfällen von außen und innerner Dämonen erwehren. Dabei handelt Coopers Film auch von Rassismus und ­einem langsamen Prozess der Annäherung, man denkt an John Fords Klassiker „Der schwarze Falke“, an „Das Wiegenlied vom Totschlag“ und auch an „The Revenant“. Großartig komponierte Landschaftsbilder, die ­unaufdringliche Filmmusik und das eindrucksvolle Spiel der Darstellerriege fügen sich zu ­einem aufwühlenden Leinwandepos. Der ­leise Hauch von Kitsch am Ende geht als ­willkommener Hoffnungsschimmer durch. 

USA 2018, 134 Min., R: Scott Cooper, D: Christian Bale, Rosamund Pike, Wes Studi, Timothée Chalamet

Feinde – Hostiles