Melodram

Film Stars Don’t Die in Liverpool

Als Star in Hollywood hatte Gloria ­Grahame in den 40ern und 50ern eine Karriere als Femme fatale im Film noir. Sie drehte Filme mit Fritz Lang und ­Nicholas Ray.

Als die Handlung dieses Films einsetzt, ist das alles jedoch nur noch eine ferne Ahnung: 1981 backt die mittlerweile 57-jährige Schauspielerin kleinere Brötchen und spielt in Liverpool Theater. Doch zu ihrem Auftritt in „Die Glasmenagerie“ kommt es an jenem Abend nicht mehr. Grahame (Annette Bening) bricht zusammen und bittet, ins Haus ­ihres fast 30 Jahre jüngeren Ex-Liebhabers Peter Turner (Jamie Bell) gebracht zu werden. Schnell wird der Familie klar: Gloria ist todkrank.

liverpool
Filmstars don’t die in Liverpool
Foto: Sony Pictures Entertainment

Der Film von Paul McGuigan („Lucky Number Slevin“) basiert auf den Memoiren Peter Turners, der Grahame 1979 kennengelernt hatte. In Rückblenden springt der Film in Episoden ihrer kurzen Beziehung: erste Leidenschaft, Streitereien, Glorias Verleugnung ihrer Krebserkrankung. Der dramaturgische Gehalt ist etwas dünn, doch der guten Besetzung sieht man gerne zu, allen voran Annette Bening und Julie Walters als Peters Mutter.

Es gibt ein Leben nach Hollywood: arbeiten, lieben, leben. Wie sagt Peters Vater: „Als Du uns Gloria vorgestellt hast, hatten wir nicht erwartet, einen Leinwandstar zu ­sehen, der in unserer Küche steht und nach dem Ketchup fragt.“

GB 2017, 105 Min., R: Paul McGuigan, D: Annette Bening, Jamie Bell, Julie Walters

Film Stars Don’t Die in Liverpool

Kommentiere diesen Beitrag