Kino

Finsteres Glück

Der achtjährige Yves (Noé Ricklin) überlebt als einziger seiner Familie einen Autounfall. Die Psychologin Eliane Hess (Eleni Haupt) versucht, die Lage einzuschätzen: Gewalt und finanzieller Druck prägten das Familienleben, ob es sich aber um einen Unfall oder sogar Mord handelt, kann sie ohne Yves nicht herausfinden.

Finsteres Glück
Foto: W-Film

Dessen Geschichte scheint mit Elianes verknüpft, sodass sie im Geflecht des Fürsorgestreits mit ihren Gefühlen für den Jungen konfrontiert wird. Auch Elianes Töchter, Jurastudentin Helen (Elisa Plüss) und Teenagergöre Alice (Chiara Carla Bär), entwickeln Zuneigung für Yves. Etwas ist besonders an dem Jungen, der Elianes Faszination für die Bilder des Isenheimer ­Altars teilt und eine Neigung zu Gesprächen mit der toten Familie hat.

Ein sensibles Familiendrama aus der Schweiz, das dem unvermuteten Tod, dem nachfolgenden Trauma und dessen wenig geradliniger Aufarbeitung folgt. Mit dem großartigen Kinderschauspieler Noé Ricklin und der kompromisslosen Eleni Haupt gelingt Regisseur Stephan Haupt eine Konstellation, deren Wärme trotz ihres tragischen Grundrisses durch die Leinwand schimmert. Eine gelungene Romanverfilmung nach dem literarischen Vorbild von Lukas Hartmann, die auf der Shortlist für die beste internationale Literatur­verfilmung der Frankfurter Buchmesse steht. 

CH 2016, 114 Min., R: Stefan Haupt,  D: Eleni Haupt, Noé Ricklin, Elisa Plüss, Chiara Carla Bär, Martin Hug, Start: 16.8.