Medizinhorrorthrillerdingens

Flatliners

Ist es nun ein Remake oder eine Fortsetzung? So ganz genau weiß man das als Zuschauer nicht. Das Problem: So ganz genau wissen es anscheinend auch der Regisseur und die Produzenten nicht.

Flatliners
Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

„Flatliners“ war ein mit Kiefer Sutherland, Julia Roberts und Kevin Bacon hübsch besetzter, aber reichlich metaphysisch verschwurbelter Horrorstreifen von Joel Schumacher aus dem Jahr 1990, der über die Jahre eine treue Kultanhängerschar versammelte. Damals wie heute ging es um eine Gruppe von Medizinstudenten, die mit einer Nahtod-Erfahrung herumexperimentierten.

In der neuen Fassung stapft Ellen Page mit dem Gang eines LKW-Fahrers der Gruppe voraus. Sie überredet drei ihrer Kommilitonen dazu, sich ins Jenseits expedieren zu lassen. Nur leider: Jeder der vier Studenten (samt und sonders irgendwelche TV-Nasen) hat etwas auf dem Kerbholz. Der eine hat seine schwangere Freundin in der Abtreibungsklinik verlassen, eine andere hat einen Kunstfehler begangen und ist für den Tod eines Patienten verantwortlich, die dritte hat die Karriere einer Schulfreundin torpediert – und Pages Figur ist Schuld am Unfalltod der eigenen Schwester. Alle diese kleinen und größeren Sünden kommen nun zurück und jagen die Protagonisten.

Lässt sich die neue Version unter der Regie von Niels Arden Oplev („Verblendung“) am Anfang noch ganz spannend an, so bricht der Film spätestens mit der Enthüllung der Sünden in sich zusammen. Das ist doch alles reichlich brav inszeniert, die Figuren haben keinerlei Konturen, die gruseligen Szenen sind komplett vorhersehbar. Ganz schlimm dann das vollkommen antiklimatische, moralinsaure Ende, spätestens dann sehnt sich der Zuschauer selbst nach einem Nahtoderlebnis. Da hat auch Kiefer Sutherland nicht viel geholfen, der immerhin in einer kleinen Rolle das Original zitiert. Lutz Göllner

Flatliners; USA 2017, 110 Min., R: Niels Arden Oplev, D: Ellen Page, Diego Luna, Nino Dobrev, Start: 30.11.

Flatliners (2017)

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