Tragikomödie

Forget about Nick

Margarethe von Trotta lässt divergente Lebensentwürfe aufeinanderprallen

Der hübsch gezeichnete, mit Helmut Zerletts beschwingtem Jazz unterlegte Vorspann zwar macht Lust auf Margaretha von Trottas („Die bleierne Zeit“, „Hannah Arendt“) neuen Film. Wirklich einlösen aber kann die 75-jährige Regisseurin das Versprechen nicht. Sie erzählt von zwei Frauen mit kaum deckungsgleichen Lebenszielen: familien- und literaturaffin die eine (Katja Riemann), karriere- und oberflächengeil die andere (Ingrid Bolsø Berdal). Dass beide Anspruch erheben auf ein und dasselbe Luxus-Loft in Manhattan, macht die Sache nicht einfacher. Beide wurden sie von ein und demselben Mann verlassen, einem graumelierten Charmeur, einem Arschloch der ganz alten Schule, wenn man so will. Laut Vertrag haben beide Frauen Anrecht auf je die Hälfte der Wohnung. Und irgendwie müssen sie zurechtkommen mit der verflixten Situation.

Parfümtest: Jade (Ingrid Bolsø Berdal)
Foto: Warner/Martin Valentin Menke

Trotta reißt viele, zu viele Themen an in ihrem Film, dessen Drehbuch von Pamela Katz stammt, die auch an Trottas gelungenem Hannah-Arendt-Porträt von 2012 beteiligt war. Es geht um Rache und Eifersucht, um Jugendwahn, ein würdevolles Älterwerden für Frauen jenseits der 40, um Lebensträume und -lügen, um die Fallstricke von Patchwork-Familien.

Zwar gibt es manch klugen Moment, doch ist es nicht leicht, sich einen Reim auf diesen Frauen-Film (nicht abwertend gemeint) zu machen. Hölzerne, teils absurde, teils kalenderspruchartige Dialoge („Liebe macht blind“) tun ihr Übriges. Ein Lichtblick ist Katja Riemann, die ihre Leinwand-Figur mit nachempfindbarer Lebensfreude ausstattet.

D 2017, 110 Min., R: Margarethe von Trotta, D: Katja Riemann, Ingrid Bolsø Berdal, Lucie Pohl, Start: 7.12.

Kommentiere diesen beitrag