Fotografie

Karl Blossfeldt und Kollegen

Mit „Form Follows Flower“ zeigt das Kunstgewerbemuseum Berliner Tradi­tionen von Kunst zum Thema Pflanzen

Bekannt sind Karl Blossfeldts Schwarz­weiß­aufnahmen von Pflanzenmotiven wie die der stark vergrößerten Knospe einer Glockenblume. Die Anfänge des deutschen Fotografen sind hingegen vergessen: Er war Schüler bei Moritz Meurer an der Berliner Kunstgewerbeschule. Im Kunstgewerbemuseum lassen sich nun in der Ausstellung „Form Follows Flower“ Blossfeldts intensive Pflanzenstudien vom Ende des 19. Jahrhunderts an Silbergelatineabzügen und Bronzeabgüssen begutachten. Sie waren wegweisend für seine Entwicklung zu einem der bekanntesten Fotografen der Neuen Sachlichkeit.

 

Pflanzen wie Metallskulpturen

Adiantum pedatum. Haarfarn, eingerollte junge Wedel. Foto: Ann und Jürgen Wilde / courtesy Schirmer/Mosel

Neben Blossfeldts Werk präsentiert die Schau aktuelle Auseinandersetzungen mit Pflanzen von Studierenden der Universität der Künste. Die technische Entwicklung hat viele dieser Arbeiten beeinflusst: Durch Screens und Animationen grenzen sie sich von den älteren Werken der Ausstellung ab und befördern die sich in ­ihrer äußeren Gestalt über die Jahrzehnte ähnlich gebliebenen Pflanzen in das digitale Zeitalter. Der Ausstellung tut das gut. Zum 150. Jubiläum des Museums zeigt sie mit den neuen Arbeiten und einem frühen Stummfilm, wie sich das künstlerische Schaffen zu Pflanzen über die Dekaden verändert hat. 

Bis 14.1.: Kunstgewerbemuseum, Matthäi­k­irchplatz, Tiergarten, Di–Fr 10–18, Sa/So 11–18 Uhr, 8/ erm. 4 €, bis 18 J. frei
Die Abbildung entnahmen wir dem neuen Band zu Blossfeldt:
Cees Nooteboom: Karl Blossfeldt und das Auge Allahs. Schirmer/Mosel Literatur. Mit 26 Photographien von Karl Blossfeldt. Aus dem Niederländischen übersetzt von Helga van Beuningen. 80 S., 26 Abb.,  11,5 x 19 cm, gebunden. Deutsche Ausgabe, 19,80 €