Kunst

Fotoprojekt Stella Polaris*

Grüne Streifen tanzen über den nächtlichen Himmel Grönlands und spiegeln sich im klaren Polareis. Das spektakuläre Naturphänomen könnte bald ein Ablaufdatum haben, wie das internationale Film- uns Fotoprojekt „Stella Polaris* Ulloriarsuaq“ jetzt im Willy-Brandt-Haus zeigt: Es macht auf das Verschwinden des arktischens Eises aufmerksam.

 

„KISERRARMI, RELEASED TO INDENPENDENCE“ © Stella Polaris 2013/ Nomi Baumgartl

Das Team um den grönländischen Schamanen Angaangaq Angakkorsuaq, bestehend unter anderem aus den Fotografen Nomi Baumgartl und Sven Nieder, dem Filmemacher Yatri N. Niehaus, dokumentierte Gletscher und Eisberge 2012. Im selben Winter unternahm es die Fahrt erneut und stellte einen erheblichen Rückgang des „großen Eises“ fest, wie es dort genannt wird.

„IIGARTOQ – FALLING OF MOUNTAIN OF ICE“, © 2013 Stella Polaris* Ulloriarsuaq, Nomi Baumgartl, Lightembassadors: www.stella-polaris.info

Im Haus der SPD sind nun der Dokumentarfilm sowie eine Auswahl der Fotos zu sehen. In unterschiedlichen Formaten zeigen sie das Eis gestochen scharf. Die Ästhetik soll Aufmerksamkeit schaffen, und so rückt die Schönheit der ­Natur in den Vordergrund, drohen die Bilder, sich in ihr zu verlieren. Der Film dagegen macht den Rückgang des Eises sichtbar. Bewohner kommen zu Wort, fahren dort durchs Wasser, wo ein Jahr zuvor Eisberge schwammen. Dass eine Etage höher im Haus Bilder ehemaliger deutscher Kohlegebiete hängen, wirkt da wie ein schlechter Scherz. 

Bis 1.7.: Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, Kreuzberg, Di–So 12–18 Uhr, Eintritt frei, Ausweis erforderlich

 

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